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Aus Müll wird Wissen(schaft) – Teilnehmer*innen für Recyclingstudie gesucht

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Innovative Sortierung im Zentrum des Forschungsprojektes PräziSort

Das Projektteam von PräziSort beim letzten Projektmeeting bei Polysecure in Freiburg. Foto: Martina Kaminski, Marketing Manager Polysecure GmbH.

Mitmachen und Abfall zu wertvollen Daten machen: Ganz nach diesem Motto sucht die Hochschule Pforzheim nach Teilnehmer*innen, die Ende August für zwei Wochen ihren Leichtverpackungsmüll sammeln und ihn der Wissenschaft bereitstellen. Im Rahmen des Forschungsprojekts PräziSort arbeitet die Hochschule eng mit dem Unternehmen Polysecure zusammen, um innovative Technologien für die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Hierzu sammelt die Forschungsgruppe „Nachhaltige Produktentwicklung“ der Hochschule Daten zum Recyclingverhalten in deutschen Haushalten, die zur Weiterentwicklung des neuen Sort4Circle® Verfahrens von Polysecure nützlich sind. 

Die Teilnehmer*innen sammeln dazu im Zeitraum von zwei Wochen ihren Leichtverpackungsabfall (Gelber Sack/Tonne) in einem so genannten Wissenschaftssack und senden diesen anschließend an die Hochschule Pforzheim zurück. Im Nachgang soll zudem ein Fragebogen ausgefüllt werden, für die Beteiligung an der Studie gibt es eine Vergütung in Höhe von 50 €. Interessenten können sich bis zum 19. Juli hier online registrieren. Die gesammelten Materialien werden analysiert, um die Zusammensetzung und Verwertbarkeit der Verpackungen zu ermitteln. „Die gewonnenen Daten liefern uns wichtige Erkenntnisse über die verwendeten Materialien in Verpackungen sowie die recyclinggerechte Gestaltung und die Mengen von Leichtverpackungen“, so Projektkoordinator Prof. Dr. Jörg Woidasky. Somit generiert die Hochschule Pforzheim wirtschaftliche, technische und ökologische Daten für die Kreislaufführung der Kunststoffströme, die Polysecure für die Pilotanlage mit Sort4Circle®-Technologie verwenden kann.
 

Forschung mit Praxisbezug: Einsatz in der Abfallwirtschaft

Diese Technologie setzt drei zentrale Innovationen um: Die Pilotanlage ermöglicht eine kontinuierliche Objektvereinzelung, kombiniert mit einer präzisen Detektion und zielgenauen Ablage der Objekte. Ein neu entwickeltes Detektormodul erfasst simultan die Verpackungskennzeichen wie Farbe und Bild jedes Objekts, aber auch die Werkstoffe mittels Nahinfrarottechnik und weitere Trennmerkmale wie fluoreszierende Markersubstanzen, was eine verlässliche Sortierung in sortenreine Fraktionen ermöglicht. Damit wird auch der Ansatz des von Polysecure patentierten Tracer-Based-Sorting (TBS) weiterverfolgt, der Fluoreszenz-Additive nutzt, um unabhängig von der Beschaffenheit von Verpackungen eine verlässliche Identifikation der Objekte zu gewährleisten. Polysecure entwickelt und baut die Pilotanlage.
 

Im Entwicklungsvorhaben, das vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms InvestBW mit insgesamt 1,5 Millionen Euro finanziell unterstützt wird, wirkt darüber hinaus die landeseigene Umwelttechnik BW GmbH als assoziierter Partner mit, um neben der technischen Entwicklung die Marktnähe und Ergebnisverwertung zu unterstützen. Das Entwicklungsvorhaben zielt darauf ab, die Recyclingquote von Kunststoffabfällen signifikant zu erhöhen. Die patentierte Sort4Circle®-Technologie unterscheidet sich grundlegend von heutigen Sortierprozessen, die vor allem auf Verpackungskunststoffe und die Aufkonzentration von wenigen Werkstoffgruppen abzielen. Sort4Circle® hingegen ermöglicht erstmals eine schnelle und präzise Identifikation einzelner Verpackungen und deren direkte Zuordnung zu sehr reinen und damit gut verwertbaren Materialgruppen.


Das Forschungsprojekt wird durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg im Rahmen des Förderprogramms Invest BW – Innovation II finanziert und läuft von Oktober 2023 bis September 2025.