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„Seien Sie mutig!“

Karin Schneider und Dijana Bacic bei VIA Impulse im Wintersemester 2020/2021

„Seien Sie mutig!“ - Dijana Bacic und Karin Schneider bei VIA Impulse im Wintersemester 2020/21

Es war eine Veranstaltung der Premieren: Normalerweise begrüßt Prodekan Professor Dr. Markus-Oliver Schwaab zu Beginn des Wintersemesters die 500 Erstsemester der Business School im Audimax der Hochschule. Mit dabei bei dieser VIA Impulse-Veranstaltung ist jeweils eine Referentin oder ein Referent, die bzw. der den Studierenden vom eigenen Karriereweg erzählt, Tipps zur Studienplanung gibt und sich den  Fragen der anwesenden Erstsemester stellt.

Doch zu Beginn des Wintersemesters 2020/2021, das unter der Prämisse „so viel Präsenz wie möglich, so viel digital wie nötig“ steht, war einiges anders. Angefangen bei der Veranstaltungsart: Erstmals fand VIA Impulse online statt. Entsprechend gespannt waren die Organisatoren im Vorfeld, ob und wie sich die sonst lebhafte Diskussion zwischen Studierenden und Vortragenden im zweiten Veranstaltungsteil digital entwickeln könnte. Eines sei hier schon erwähnt: Sie entwickelte sich so gut, dass die Veranstaltung eine 20-minütige Verlängerung in Anspruch nahm – zur Freude der beiden Referentinnen Dijana Bacic und Karin Schneider. Denn dies war ein weiteres Novum in der Geschichte der nun im 24. Semester stattfindenden Veranstaltung: Nicht nur eine Alumna oder ein Alumnus, sondern gleich zwei Powerfrauen, die in Pforzheim den Grundstein für ihre Freundschaft und Karriere legten, waren virtuell zu Gast.

Der Vorschlag, bei VIA Impulse als Duo teilzunehmen, kam von Dijana Bacic. Sie saß selbst vor 19 Jahren als Erstsemesterstudierende im Audimax. Im Wintersemester 2005/2006 schloss sie ihr Diplomstudium in Controlling, Finanz- und Rechnungswesen erfolgreich ab. Dazwischen lag eine Studienzeit in Pforzheim, auf die sie heute noch gerne zurückblickt und während der sie ihre Kommilitonin und beste Freundin Karin Schneider kennenlernte, die International Business studierte.

Auch wenn beide Frauen nach eigenem Bekunden „sehr unterschiedlich“ sind – der gemeinsame Ausgangspunkt, die Hochschule Pforzheim, verbindet sie bis heute, als Freundinnen und als „Coaches“, die sich auch bei beruflichen Entscheidungen gegenseitig unterstützen.
Der Beruf führte Dijana Bacic schon vor einigen Jahren in die Schweiz, wo sie aktuell bei der Barry Callebaut AG, dem weltweit führenden Hersteller hochwertiger Schokoladen- und Kakaoprodukte, zum 1. Oktober 2020 von der Position Chief Audit Executive zur Vice President HR befördert wurde.
Karin Schneider hat bei der Roto Frank Gruppe Karriere gemacht, einem mittelständischen Familienunternehmen, das 5.000 Mitarbeiter weltweit beschäftigt. Heute ist sie kaufmännische Geschäftsführerin der Division Dachsystem-Technologie mit Stammsitz im Taubertal.

  

„Die Hochschule ist international gut aufgestellt und bietet vielfältige Möglichkeiten ins Ausland zu gehen.
Nutzen Sie die Chancen!“ 

Der erste Eindruck von Pforzheim war für Dijana Bacic, wie sie im Rahmen von VIA Impulse erzählte, recht ernüchternd: Auf ihrem Weg zur Hochschule geriet sie in der Stadt in die Sperrmüll-Abfuhr. Doch oben in der Tiefenbronner Straße stellte sie fest, welch „fantastische Aussicht“ der Campus bietet, insbesondere von der seinerzeit neu in Betrieb genommenen Bibliothek aus. Ein Gespräch mit einem damaligen Controlling-Studierenden, der sich am Ende seines Studiums befand, sowie der hervorragende Ruf der Hochschule im Bereich des Controlling, Finanz- und Rechnungswesens gaben für sie den Ausschlag, sich für ein Studium in Pforzheim zu entscheiden. Bei Karin Schneider spielten auch die internationalen Erfahrungen eine Rolle, die ein Studium an der Fakultät für Wirtschaft und Recht bot. Sie nutzte sie im Rahmen eines Praktikums bei Daimler in Singapur sowie für ihre Diplomarbeit in Paris, wo sie ein Doppeldiplom erwarb.

Dass man sowohl im Studium als auch im Beruf immer offen für neue Möglichkeiten bleiben sollte, veranschaulichte Bacic am eigenen Beispiel: Ursprünglich wollte sie „unbedingt Controllerin“ werden, eine Vorlesung in Konzernrechnungslegung habe ihr dann aber so viel Spaß gemacht, dass es sie stattdessen in die Wirtschaftsprüfung zog. Bei ihrem Arbeitgeber Barry Callebaut, der für sie mittlerweile „Familie“ ist, steht ihr nun nach fünfzehn Jahren „pure finance“, wie sie sagt, mit dem Wechsel in den Bereich Human Resources ein großer neuer Schritt bevor.

Auch Karin Schneider unterstrich, dass es elementar sei, den eigenen Horizont zu öffnen indem man beispielsweise während des Studiums Vorlesungen außerhalb des eigenen Lehrplans besuche und Kontakte zu Studierenden anderer Fakultäten knüpfe. Auch auf die Internationalität kam sie im Dialog mit Bacic zu sprechen: „Englisch ist im Berufsleben ein Muss. Sie werden immer mit Menschen aus anderen Kulturen, seien es Kollegen oder Kunden, zu tun haben.“ Ein klarer Pluspunkt am Studienstandort Pforzheim: „Die Hochschule ist international gut aufgestellt und bietet vielfältige Möglichkeiten ins Ausland zu gehen. Nutzen Sie die Chancen“, gab Karin Schneider den Studienanfängern mit auf den Weg und fügte hinzu: „Und haben Sie aber auch Spaß“.

 

„Neugierig bleiben und von anderen lernen“ 

An die Partys im „Stuwo“ denkt sowohl sie als auch Bacic gerne zurück. Darüber hinaus sei es jedoch wichtig, das Zeitgeschehen zu verfolgen, um auf dem Laufenden zu bleiben. „Ich habe kein Studium Generale verpasst“, so Bacic, weil die Vorträge immer hochinteressant gewesen seien. Und obwohl sowohl Bacic als auch Schneider einen sehr guten Diplomabschluss vorweisen können und stolz darauf sind, halten sie Diversität für ungleich wichtiger, indem man Gelegenheiten nutze, die das Studium bietet: „Noten sind wichtig, aber zweitrangig“, so ihr Fazit. „Wir sind unglaublich stolz, Absolventinnen der Hochschule Pforzheim zu sein“, sagten Schneider und Bacic am Ende ihres Tandem-Vortrags. Mit der innovativen Form ihres Vortrags gelang es Ihnen, die Online-Zuhörerschaft ganz in ihren Bann zu ziehen – was an der stetig hohen Teilnehmerzahl und der Vielzahl an Fragen abzulesen war, die über die Chat-Funktion im virtuellen Hörsaal gestellt wurden. „Anfangs hatten wir Sorge, ob wir dreißig Minuten überhaupt füllen können“, erinnert sich Dijana Bacic an ihre Vorbereitung des VIA Impulse-Vortrags gemeinsam mit Karin Schneider. Tatsächlich gingen die beiden Referentinnen dann gemeinsam mit Moderator Markus-Oliver Schwaab nach neunzig Minuten sogar in die „Verlängerung“ bei der Beantwortung der Fragen der Zuhörerschaft – und der überwiegende Teil der Erstsemester ging mit. „Neugierig bleiben und von anderen lernen“ seien wichtige Charaktereigenschaften für den Beruf, dass man Unterschiede als Bereicherung betrachte.

Von Schwaab nach dem „ultimativen Tipp in einem Satz“ gefragt, resümiert Bacic, man solle nicht in der Komfortzone bleiben, sondern mutig sein, um an Herausforderungen zu wachsen und sich weiterzuentwickeln: „Je größer Ihre Angst vor einer neuen Aufgabe ist, desto eher sollten Sie es machen“. Schneider fügt hinzu: „Trauen Sie sich etwas zu, es ist OK, auch mal zu scheitern“. Als letzte Premiere der Veranstaltung überreichte Prodekan Schwaab als kleines Dankeschön den beiden Referentinnen – zunächst virtuell, im Anschluss per Post - je ein Hoodie der Business School, das neu ins Merchandising-Sortiment aufgenommen wurde.

 

 „VIA Impulse – Alumni berichten in der Erstsemesterbegrüßung“

Mit Robert Friedmann - Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, Absolvent des Studiengangs Absatzwirtschaft mit Abschlussjahr 1991 und langjähriger Vorsitzender des Beirats der Business School Pforzheim - trat 2009 der erste Referent im Rahmen von VIA Impulse vor die „Newies“. Inzwischen kam eine lange Reihe erfolgreicher Absolventinnen und Absolventen hinzu, die heute bei Unternehmen wie SAP, Nokia, der Deutschen Bank oder Ernst & Young interessante Positionen bekleiden und den Studienanfängern Einblicke in ihren eigenen Studienverlauf gewährten, ihren Werdegang vorstellten und den einen oder anderen wertvollen Tipp parat hatten.