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Spielend das Klima schützen

Mit Lego-Autos wird eine Produktion simuliert und was man dabei effizienter machen kann...

Dr. Adrian Saupe vom Bundesumweltministerium eröffnete die Tagung

INEC-Mitarbeiterinnen Julia Schindler und Nadja Wisniewski stellten die 6 neuen Planspiele vor

Referenten der Tagung und Partner des Projektes

Jaya Bowry stellte das Bildungsnetzwerk BilRess zur Ressourceneffizienz vor

Gespielt wurde auch, hier mit dem LEAN-Spiel

Ein Planspiel simuliert Materialflusskosten-Rechnung im Unternehmen

Katja Gehrung vom Projektpartner RKW erklärte ein Brettspiel zur Energieeffizienz

Die Anwender kamen auch zu Wort: hier Dr. Thomas Scholl von ABB

Produktionsleiter Íngo Burkhardt von der Firma Rieber vertrat den Mittelstand

Christian Ziegler von den Fischerwerken ging es um innovative und recyclingfähige Dübel

Projektleiter Prof. Mario Schmidt im Gespräch mit dem Schweizer Planspielexperten Markus Ulrich

Prof. Frank Bertagnolli (links) leitete die Diskussion

Bei einer Tagung an der Hochschule Pforzheim wurden jetzt der Fachöffentlichkeit sechs neue Planspiele im Bereich Ressourcen- und Klimaschutz für die betriebliche Weiterbildung vorgestellt. Das „spielerische Lernen“ steht im Mittelpunkt des vom Bundesforschungsministeriums geförderten Projektes RE:PLAN, das noch bis Ende des Jahres läuft: Wie können Mitarbeiter im Unternehmen Material und Energie einsparen und dabei etwas für das Klima tun? Die Lösungen werden erspielt, kreativ und unterhaltsam, mit einfachen Brettspielen bis hin zu komplexen Produktionssimulationen, bei denen eine Fertigungslinie mit Legosteinen nachgestellt wird. Was verspielt aussieht, ist aber ernst und hochprofessionell. Das Interesse unter den anwesenden Firmenvertretern, Beratern und Wissenschaftlern war deshalb groß, denn die Motivierung und Einbindung der Mitarbeiter in den Unternehmen ist ein zentrales Thema auch beim Klimaschutz.

Der Vertreter des Ministeriums, Dr. Adrian Saupe, lobte in seinem Grußwort die Ergebnisse und setzte große Erwartungen in die weitere Anwendung der Planspiele in der Praxis. In dem dreijährigen Projekt wurden die Planspiele nicht nur entwickelt, sondern auch in zahlreichen Unternehmen und Schulungen bereits erprobt, wie die beiden Projektmitarbeiterinnen Julia Schindler und Nadja Wisniewski vorstellten. Insgesamt fast 500 Personen und 35 Unternehmen wurden damit bisher erreicht, mit durchweg positiven Erfahrungen. Bis Ende des Jahres laufen noch weitere Testläufe, und dann werden die Spiele mit ihren Anleitungen kostenlos interessierten Unternehmen und Beratern zur Verfügung gestellt.

An der Entwicklung waren neben den Wissenschaftlern vom INEC auch die Landesagentur Umwelttechnik BW GmbH und das Beratungsunternehmen RKW Projekt GmbH beteiligt. Das Projekt wird von den Professoren Mario Schmidt und Frank Bertagnolli geleitet.

Weitere Informationen auf: http://www.replan-spiele.de/

 

 

Und das sind die Spiele:

Das Planspiel RE:MATERIAL vermittelt den Spielern das notwendige Wissen, um Energie- und Materialströme einer Produktion zu identifizieren und so mehr Transparenz zu schaffen. Zudem wird im Spiel thematisiert, wie komplex die Datenerhebung von Materialströmen sein kann. Die transparente Gestaltung ermöglicht es den Spielern, Optimierungen in der Produktion zu entdecken.

 

Beim Planspiel RE:MFKR liegt der Fokus auf der Visualisierung und Quantifizierung von Materialverlusten und deren versteckten Kosten. Gemeinsam im Team erfassen die Spieler Energie- und Materialflüsse innerhalb der ausgewählten Prozesskette, welche dabei sowohl physikalisch als auch monetär bewertet werden. Dies ermöglicht ökologische und ökonomische Einsparpotenziale zu erkennen und mögliche Stellhebel zur Optimierung ausfindig zu machen.

 

Im Planspiel RE:LEAN werden den Spielern grundlegende, wie auch innovative Lean-Prinzipien und -Methoden im Bereich Lean Production vermittelt, welche diese direkt im Spiel auch anzuwenden lernen. In drei aktiven Runden können die Spieler im Team vorhandene Verschwendungen aufdecken und gemeinsam geeignete Verbesserungsmaßnahmen entwickeln und umsetzen. Dabei lernen sie auch den Zusammenhang von ökologischen und ökonomischen Einsparpotenzialen kennen.

 

Das Planspiel RE:GEBÄUDE vermittelt den Spielern Wissen zur Energierelevanz von Verwaltungsgebäuden. In dem Planspiel werden für die Spieler die Zusammenhänge und Wechselbeziehungen von gebäudebezogenen Querschnittstechnologien sichtbar. Das haptische Spielbrett ermöglicht es den Spielern, energetische Potenziale zu erleben.

 

Im Planspiel RE:PRODUKTION wird spielerisch Wissen zum Thema energiebetriebene Querschnittstechnologien in der Produktion vermittelt. In dem Spiel werden für die Spieler zudem die Zusammenhänge und Wechselbeziehungen von Querschnittstechnologien sichtbar und es wird deutlich, wie wichtig das Einbeziehen aller Beschäftigten ist.

 

Das Planspiel RE:DESIGN vermittelt den Spielern das Konzept der lebenszyklusorientierten Produktentwicklung. Ein Team aus unterschiedlichen Unternehmensabteilungen soll eine Scherenarbeitsbühne mit reduzierter klimaschädlicher Wirkung entwickeln. Dabei gilt es zu verstehen, wo die Schwerpunkte der CO2-Emissionen liegen und wie man diese innerhalb des Lebenszyklus reduzieren kann. Ein Produktmodell erleichtert das Verständnis für mögliche Ansatzpunkte. Im Spielverlauf können die Spieler mit mehr Wissen über potenzielle Einsparungen bessere Entscheidungen treffen. Allerdings können auch Konflikte zwischen Abteilungszielen auftreten.