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Neues Gebäude, tausende Arbeiterinnen und eine Königin an der HS PF

Auf dem Campus soll ein Bienenvolk etabliert und Honig gewonnen werden.

An der HS PF startet nun endlich das große Summen: Nachdem im Mai das neue Bienenhaus des Projekts „BEEsy Mission“ entwendet wurde, sind nun endlich eine Königin und ihr Volk an der Tiefenbronner Straße eingezogen. Studierende unterschiedlicher Studiengänge und Fachsemester arbeiten im interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Projekt „BEEsy Mission“ daran, dieses Bienenvolk auf dem Campus zu etablieren und Honig zu gewinnen. Das Projekt zeichnet sich durch seinen innovativen Lehransatz mit notwendiger Kooperation und Perspektivenwechsel aus. Die Studierenden können nahezu ohne Vorgaben oder Vorarbeiten agieren, lediglich das Budget ist festgelegt. Die Projektarbeit findet im Rahmen des Wahlpflichtangebots an der Hochschule statt. Es wird als innovatives Lehrprojekt im Rahmen von HUMUS Plus vom Land Baden-Württemberg gefördert.

Annalena Schempf (l.) und Luca Falke vom interdisziplinären Projekt „BEEsy Mission“ arbeiten am Bienenhaus, das seit kurzem auf dem Campus der Hochschule steht.

„Wir hatten leider keinen guten Start, da unser erstes Bienenhaus entwendet wurde, kurz bevor die Bienen einziehen sollten“, so Projektmitglied Franziska Eberle. Trotz einer ausgiebigen Suche, einer Anzeige bei der Polizei und einem Finderlohn blieb das Haus verschwunden. Dadurch sah sich das Projektteam zunächst vor organisatorischen und finanziellen Herausforderungen. Glücklicherweise gelang es mit viel Engagement und Unterstützung – besonderer Dank gilt hier einem anonymen Spender – in kurzer Zeit ein neues Zuhause für die Bienen zu beschaffen. So konnte das Bienenvolk zeitnah auf dem Campus einziehen. „Der Standort ist perfekt geeignet. Durch die große Grünfläche und den direkten Zugang zum Wald befinden sich hier optimale Nahrungsquellen“, erklärt Projektmitglied Cindy Fernandez die Wahl des Standorts. Das Volk, das Anfang Juni auf dem Campus einzog, stammt von einem lokalen Imker. Von nun an steht insbesondere die Pflege der Bienen auf dem Projektplan. Dazu gehören neben regelmäßigem Putzen des Bienenstocks auch die Kontrolle der Brut und eine Behandlung gegen potenzielle Schädlinge. Da die Bienen fleißig Nektar sammeln, kann bereits dieses Jahr die erste Honigernte stattfinden, bevor das Volk für den Winter vorbereitet wird.

„Im Projekt hat sich ein tolles Team aus Studierenden und Professoren zusammengefunden. Mit dabei sind Studierende aus den Studiengängen Ressourceneffizienz-Management, Einkauf und Logistik, Wirtschaftsrecht, International Marketing und Marketing Intelligence. Dabei halten wir kein klassisches Seminar ab, sondern verfolgen einen projektorientierten und forschenden Lehransatz“, erklärt Professor Dr. Frank Bertagnolli, der sich weniger als Dozent, sondern mehr als Coach versteht. Er agiert im Bereich Lean Production sowie Ressourceneffizienz und rief das Projekt aufgrund seines Interesses an Bienen ins Leben.

Domino Arbter, Ireen Beer und Meike Seeger (v.l.n.r.) kümmern sich um das Beet mit Sonnenblumen, verschiedenen Kräutern und Tomaten, das sie im Rahmen des Projekts auf dem Campus angelegt haben.

Die Studierenden führen den gesamten Projektverlauf und die Organisation selbständig durch. So lernen sie agiles Projektmanagement unter realen und teilweise unbekannten Bedingungen kennen. „Sie müssen Verantwortung für ihr Handeln übernehmen und tragen damit auch ein gewisses Risiko“, so Frank Bertagnolli. Ein weiterer Vorteil gegenüber einem klassischen Seminar besteht in der Vielfalt der Aufgaben. So können die Studierenden ihre fachspezifischen Kompetenzen optimal einsetzen. „Das Projekt bekommt dadurch eine individuelle Note und es macht Spaß, eigene Ideen in Zusammenarbeit mit Studierenden aus anderen Disziplinen zu realisieren", so Projektmitglied Domino Arbter. Die Prüfungsform besteht aus einem Portfoliobericht und einem Videobeitrag für ein Magazin im lokalen Fernsehsender.

Neben der Tier- und Materialbeschaffung sowie dem Aufbau des Bienenhauses entstehen viele weitere Aufgaben: Projektmanagement, Organisation, rechtliche Fragestellungen, Vermarktung des Honigs, Kommunikation oder Budgetcontrolling. Die Studierenden sehen den Rahmen als Chance, um ihr theoretisch fundiertes Wissen in der Praxis anzuwenden. Für die Realisierung der verschiedenen Aufgaben organisieren sie sich in Kleingruppen. „Das ermöglicht uns eigene Schwerpunkte zu setzen, so dass jeder sein Wissen einbringen kann. Diese Art der Zusammenarbeit ist für mich neu und daher besonders interessant“, meint Tamara Schäffner über die projekthafte Arbeitsweise. Nicht nur der agile Projektansatz sorgt dafür, dass die Zusammenarbeit im Projekt sehr dynamisch verläuft. „Ich denke das liegt besonders daran, dass wir alle ein großes Interesse an nachhaltigen Themen haben und mit dem Projekt als Hochschule ein Statement in diese Richtung setzen können", so Projektmitglied Louisa Hoppe abschließend.