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Forschungsergebnisse: „Plastik in der Umwelt“

Verbesserung von Sortier- und Recyclingsystemen: Öffentlicher Online-Vortrag

 

Das Pforzheimer Professoren-Duo Dr. Jörg Woidasky, Fakultät für Technik, und Dr. Claus Lang-Koetz, Fakultät für Wirtschaft und Recht, beide am Institut für Industrial Ecology tätig, leiteten gemeinsam das Forschungsvorhaben „Markerbasiertes Sortier- und Recyclingsystem für Kunststoffverpackungen“ (MaReK), das Ende 2020 erfolgreich abgeschlossen wurde. Zentrale Ergebnisse des mit insgesamt über 2,7 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklung“ (FONA3) in der Fördermaßnahme „Plastik in der Umwelt" geförderten Vorhabens werden in den nächsten Tagen veröffentlicht – in einem Kompendium, einem kurz gefassten Lehrbuch, zum Thema Kunststoffrecycling. Herausgeber der Handreichung, die auch die Ergebnisse zahlreicher weiterer Vorhaben der BMBF-Fördermaßnahme enthält, ist die Ecologic Institut gemeinnützige GmbH.

„Das Themenfeld „Plastik in der Umwelt“ ist vielfältig und umfassend. Wissenschaftliche Arbeiten auf diesem Gebiet sind deshalb hochgradig inter- und transdisziplinär und erfordern die Zusammenarbeit von Fachleuten aus vielen naturwissenschaftlich-technischen und sozioökonomischen Disziplinen“ so Jörg Woidasky, Experte für nachhaltige Produktentwicklung an der Fakultät für Technik. Wo verschiedene Disziplinen zusammenkommen, herrscht auch eine gewisse Uneinheitlichkeit bei der Bezeichnung von Dingen: „Das Kompendium zielt darauf ab, relevante Begriffe zu schärfen, um zu einem besseren und gemeinsamen Verständnis innerhalb der heterogenen Community von Plastik in der Umwelt beizutragen“.

„Gleichzeitig ist aber auch der persönliche Austausch der Fachdisziplinen und mit der Öffentlichkeit wichtig“, ergänzt sein professoraler Kollege Claus Lang-Koetz. „Ich freue mich daher über die Möglichkeit, unsere zentralen Ergebnisse auch am 21. April bei der MaReK-Abschlussveranstaltung im Rahmen der BMBF-Konferenz Plastik in der Umwelt zur Diskussion stellen zu können. Wir haben das MaReK-Vorhaben zwar schon in einen Fernsehbeitrag auf Baden TV darstellen können, aber eine direkte Diskussion ist eben durch kein anderes Format zu ersetzen“.

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Die Teilnahme am MaReK-Abschlussvortrag im Rahmen der Online-Konferenz „Plastik in der Umwelt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung am Mittwoch, 21. April 2021, ab 9.15 Uhr, ist kostenfrei und nach Anmeldung möglich.

https://bmbf-plastik.de/de/veranstaltung/abschlusskonferenz-plastik-der-umwelt-quellen-senken-loesungsansaetze

In Deutschland fallen jährlich knapp 19 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an, davon etwa 3,2 Millionen Tonnen Kunststoffe oder 40 Kilogramm Kunststoff pro Kopf und Jahr. Ab 2022 müssen 63 Prozent dieser Menge wieder für die Herstellung neuer Kunststoffprodukte rezykliert werden. In der Diskussion stehen darüber hinaus Mindest-Rezyklatanteile in Verpackungen. Der Aufwand zum Trennen und Verwerten gebrauchter und verschmutzter Kunststoff-Verpackungen ist jedoch hoch und führte bisher dazu, dass nur knapp die Hälfte der Verpackungs-Kunststoffe werkstofflich verwertet und der größere Teil vor allem als Ersatzbrennstoff entsorgt wurden. Ziel des MaReK-Konsortiums war die Entwicklung einer deutlich verbesserten Sortiertechnologie für Leichtverpackungsabfälle durch Fluoreszenzmarker. Diese Technologie wird als „Tracer-Based-Sorting“ (TBS) bezeichnet und nutzt geringste Mengen von Fluoreszenz-Markern auf Verpackungen oder Etiketten.

Ein Ergebnis des MaReK-Gesamtprojekts ist die Technikumsanlage zur Verpackungssortierung beim Projektpartner Polysecure. Zusätzlich konnten mehrere optimierte Markersubstanzen bereitgestellt und die Aufbringung der Markersubstanzen auf die Kunststoffverpackungen mittels Druckverfahren erprobt werden.