Berufliche Perspektive

Der Studiengang REM ist neu und in seiner Ausrichtung einzigartig in Deutschland. Er schließt eine große Lücke zwischen Ingenieur- und Umwelttechnikstudium einerseits und Managementstudium andererseits.

Fachkräfte mit entsprechendem Wissen werden derzeit in vielen produzierenden Unternehmen, Beratungsfirmen und Instituten gesucht. 

Mögliche Aufgaben & Themenfelder für REM-Absolventen

Das Studium Ressourceneffizienz-Management bereitet Sie auf ökologische und technische Fragestellungen genauso vor, wie auf klassische Managementfragen. Damit werden Sie befähigt, im Bereich Umwelt und Produktion an der Schnittstelle zwischen klassischen Managern und Ingenieuren zu arbeiten und auch zu vermitteln. Denn um das Thema der Ressourceneffizienz voranzutreiben, sind zum einen Fachleute mit ökologischem und technischem Wissen notwendig, aber auch Manager und Koordinatoren, die sich in die Thematik eindenken und mitreden können. Genau hier setzt der Studiengang Ressourceneffizienz-Management.

 

Ihre Aufgabe ist es nicht zu verwalten, wie das im klassischen Umweltmanagement lang genug üblich war, sondern zu gestalten. Sie können Stabsaufgaben in Unternehmen genauso übernehmen wie Beratungen oder komplexe Fachaufgaben in verschiedenen Abteilungen, z.B.

  • im Bereich Umwelt-/ Nachhaltigkeit,
  • in Einkauf/Vertrieb/Logistik,
  • in der Produktion, im Controlling,
  • in Forschung und Entwicklung, etc.

 

Die Palette der zu bearbeitenden Themenfelder gestaltet sich dabei vielfältig und abwechslungsreich:

  • Energie- und Stoffstrommanagement,
  • Material Flow Cost Accounting (MFCA),
  • Lean Production,
  • Life Cycle Assessment (LCA),
  • Carbon Footprint
  • sowie klassisches Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement.

 

Mögliche Einsatzgebiete der Absolventen des Studiengangs Ressourceneffizienz-Management

Bild zum vergrößern anklicken

...Dana Flohr (Alumni-Interview)

Dana Flohr ist derzeit als Qualitätsmanagerin bei einem international führenden Hersteller von technischer Keramik tätig.

1)     Wie hat Ihr Studium Ihre jetzige berufliche Tätigkeit geprägt?
Für meine jetzige Tätigkeit als Qualitätsmanagerin hilft mir insbesondere das Fachwissen aus der Vorlesung „Quality Management Methods“ (Wahlpflichtfach im 6. Semester). Die erlernten Methoden helfen mir z.B. bei der Ermittlung der Ursache von Prozessabweichungen.
Da ich eng mit der Fertigung zusammenarbeite, hilft mir ebenfalls das Verständnis aus den technischen Vorlesungen (z.B. Einführung in die Produktionstechnik). Für den Umgang mit Mitarbeitern aus verschiedensten Fachbereichen und Hierarchieebenen kann ich vom allgemeinen Managementwissen profitieren und natürlich auch von den Soft Skills, welche in diversen Projektarbeiten gefördert wurden.

2)     Was würden Sie den heutigen Studienanfänger/innen mit auf den Weg geben?
Nutzt alle Möglichkeiten, die das Studium zur beruflichen Orientierung und zur persönlichen Weiterentwicklung bietet. Besucht z.B. Vorträge von Unternehmensvertretern oder engagiert euch in einer der zahlreichen studentischen Initiativen.
Nehmt vor allem auch die Chance wahr, von den Erfahrungen zu profitieren, die Studierende aus den höheren Semestern gesammelt haben. Die studiengangsinternen Sommer- und Weihnachtsfeiern sind ein idealer Ort, um Kommilitonen aus anderen Semestern kennenzulernen.

3)     Liebe Fakultät für Wirtschaft und Recht, wofür ich Dich schon immer mal loben wollte:
Mein Lob geht an alle, die zu dem exzellenten Ruf der Fakultät in Wirtschaft und Wissenschaft beitragen. Der gute Ruf der Hochschule hat schon so manchen ausgewiesenen Experten (m/w) aus der Wirtschaft an die Hochschule gelockt, um anwendungsorientierte Forschung zu betreiben und seinen/ihren Erfahrungsschatz an die Studierenden weiterzugeben.

4)     Wenn Sie an Ihr Studium zurückdenken, würden Sie im Nachhinein irgendetwas anders machen?
Nein, ich bin mit meinen Entscheidungen vollkommen zufrieden und würde jederzeit wieder den Schwerpunkt Ressourceneffizienz-Management an der Hochschule Pforzheim wählen. Besonders zufrieden bin ich mit dem großen Angebot an englischsprachigen Vorlesungen an der Hochschule, welche ich über die Studiendauer verteilt besucht habe. Die zusätzlich angebotenen Vortagsveranstaltungen (Ressourceneffizienz-Kolloquium, Studium Generale) habe ich als Bereicherung des Studienalltags empfunden, weil sie einen anderen Blickwinkel auf Themen ermöglicht haben.

5)     Die ersten drei Dinge, die mir in den Sinn kommen, wenn ich an die Hochschule Pforzheim denke, sind…

  • Praxisnähe
  • familiäre Atmosphäre
  • grandiose Aussicht auf Pforzheim vom Bibliotheksgebäude aus

Ressourceneffizienz und Umweltschutz kann man lernen – vom Hörsaal in die Praxis

Unter diesem Motto stand beim diesjährigen Ressourceneffizienz- und Kreislaufwirtschaftskongress in Karlsruhe erstmals ein Forum, in dem Absolventen von Studiengängen aus dem Themenfeld Ressourceneffizienz und Umweltschutz zu Wort kamen. Das gut besuchte Forum fand am Nachmittag des zweiten Kongresstages auf dem Karlsruher Messegelände statt. Die Absolventinnen und Absolventen berichteten, wohin es sie nach dem Studienabschluss verschlagen hat, wie ihnen ihr Studium in der Unternehmenspraxis geholfen hat und welche vielfältigen Anwendungsfelder ihr Wissen bietet. Von der Hochschule Pforzheim berichteten Anja Bittner, Aline Hendrich, Jana Igrc und Thomas Tauporn.

Anja Bittner studierte Ressourceneffizienz-Management (REM) in Pforzheim und ist heute bei der Daimler AG tätig. Dort arbeitet sie am Aufbau eines Energiedatenmanagementsystems und ist operativ für die Energie- und Stromsteuerabwicklung der Daimler AG deutschlandweit zuständig. Bei ihren Aufgaben profitiert sie rückblickend insbesondere von den technischen Fächern im Studium.

Aline Hendrich ist ebenfalls REMlerin und studierte im Anschluss an das Bachelorstudium an der Wirtschaftsuniversität in Wien im Masterstudiengang Socio-Ecological Economics and Policy. Heute ist sie wieder zurück im Ländle und arbeitet bei der thinkstep AG in Leinfelden-Echterdingen als Analystin für Energie und Mobilität. Sie erstellt dabei Ökobilanzen für Kunden, um deren Fragestellungen zu analysieren.

Jana Igrc studierte im Anschluss an das Ressourceneffizienz-Managementstudium den Master Life Cycle & Sustainability der Hochschule Pforzheim. Für sie war schnell klar, dass sie im Bereich Lean Management arbeiten möchte, welches ebenfalls Bestandteil des Studiums ist. Heute arbeitet sie als Lean Managerin bei der Inovan GmbH & Co. KG an kontinuierlichen Verbesserungen und ist bestrebt, durch die Lean-Aktivitäten auch einen Beitrag zur Steigerung der Ressourceneffizienz zu leisten.

Als Gast des KONGRESSBW 2018 wurde Jana Igrc interviewt, wie sich Young Professionals Nachhaltigkeit im Unternehmen und Lebensmodelle der Zukunft vorstellen. In dem Video-Interview beschreibt sie auch ihre Aufgaben als Lean Manager. Das Video finden Sie HIER.

Thomas Tauporn entschied sich nach seinem REM-Bachelorstudium in Pforzheim für ein Masterstudium im Bereich Umweltschutz an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Mittlerweile ist er als Technischer Assistent bei der mittelständischen C&C Bark Metalldruckguss und Formenbau GmbH tätig. Dort betreut er neben Ressourceneffizienzprojekten auch viele andere Aufgabenbereiche. Dabei profitiert er von dem breit aufgestellten Studium in Pforzheim.

Neben Absolventen der Hochschule Pforzheim berichteten auch zwei Absolventinnen des Studiengangs Umweltschutztechnik der Universität Stuttgart aus ihrem Berufsalltag. Carina Pötzsch verantwortet heute das Wassermanagement des Europa-Parks und Maximiliane Kühl arbeitet als Betriebsingenieurin bei der Stadtentwässerung der Stadt Stuttgart.

Nach den Vorträgen standen die Referenten den Fragen aus dem Publikum Rede und Antwort. Neben Fragen zum Studium kamen aus dem Publikum auch konkrete Fragen zur Tätigkeit der Absolventen in den Unternehmen.

Im Anschluss an den Kongress ließen die Pforzheimer Absolventen zusammen mit Kommilitonen und Professoren den Abend gemeinsam ausklingen. Der Ressourceneffizienzkongress bietet Studierenden und Absolventen jedes Jahr sowohl die Möglichkeit alte Bekannte wiederzutreffen, als auch sich über die aktuellen Entwicklungen im Themenfeld Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft zu informieren.