News |

Mein Auslandssemster in Bandung, Indonesien.

Schaukeln über den Reisterrassen von Bali Foto: Sarina Wiegel

 

Ein Abenteuer, welches ich selbst meinen Enkelkindern erzählen werde. Aber erstmal erzähle ich euch meine Geschichte.

Mein Name ist Sarina. Gut den Namen kennen die ein oder anderen, doch was ist nun so besonders daran? Sarina ist ein indonesischer Name und bedeutet soviel wie die Schönheit, ob ich das bin sei dahingestellt. Aber das Land Indonesien ist eine Schönheit, das garantiere ich euch. Warum? Indonesien ist eines der atemberaubendsten Länder der Welt. Es besteht aus rund 17.000 Inseln, einige davon unberührt. Man findet dort von Dschungel, über aktive Vulkane bis zu pinken Stränden, fast alles was das Abenteurerherz begehrt. Deswegen und da meine Großeltern Indonesier waren, viel mir die Entscheidung für mein Auslandsziel ziemlich leicht. Januar 2018 hieß es dann: Auf geht’s nach Indonesien.

Campus SMB ITB Foto: Sarina Wiegel

Aller Anfang ist schwer... 
Nach dem 17 stündigen Flug von Frankfurt nach Jakarta, wartete auf uns (Kommilitone und mich) noch eine mehrstündige Fahrt mit einem Luxuskleinbus. Endlich in Bandung angekommen, bezogen wir unser erstes Domizil, Sky City Home, das Grauen aller Westeuropäer. Unsere Zimmer waren nicht nur verdreckt, auch Ungeziefer wie kleine Würmchen im Bad oder daumengroßen Kakerlaken, konnten wir unsere Mitbewohner nennen. Ach, die Kakerlaken, meine stetigen Begleiter in Indonesien. Aber das Schicksal hat es gut mit uns gemeint, denn durch eine indonesische Freundin haben wir relativ schnell eine neue Bleibe gefunden. Eine Wohnung, vollmöbliert, zwei Bäder, direkt neben dem Cihampelas Walk (Shopping Mall) und mit der besten Vermieterin, die man sich vorstellen kann. Keine 10 Minuten und ich war mit dem Grab (wie Uber nur mit einem Roller) bei meiner School of Business and Management (SBM ITB Bandung).

Die Uni.
Da ich die Einführungsphase verpasst hatte, hieß es für mich: „SBM ITB auf eigene Faust erkunden.“ Der Campus ist riesig. Anfangs hatte ich noch kleine Orientierungs-schwierigkeiten, die mit der Zeit schwanden. Auf meiner Tour habe ich neben kleinen Supermärkten, ATMs, Cafés, Sportplätzen und einen SBM Souvenirshop, Springbrunnen und ganz viel Grün drum herum entdeckt. Der Campus ist wirklich schön.

Natürlich bin ich nicht nur wild auf dem Campus umher getigert, sondern habe auch fünf Vorlesungen besucht (22 ECTS). Vorlesung in Indonesien muss man sich wie deutschen Schulunterricht vorstellen. Das bedeutet: Anwesenheitspflicht, Hausaufgaben, wöchentliche Gruppenarbeiten, Stehgreifaufgaben, Mid- wie auch Endterms. Das alles ist aber kein Problem, man kennt es noch von früher. Was mir aber hin und wieder Probleme bereitete, waren die Gruppenarbeiten mit meinen indonesischen Kommilitonen. Ich musste früh feststellen, dass deren Arbeitsweise gar nicht mit meiner übereinstimmte. Es mag wohl auch an deren Alter gelegen haben, im Durchschnitt waren sie um die 18-19 Jahre (ich war zu dem Zeitpunkt 26). Aber dafür ist ein Auslandssemester da, um neue Kulturen, Menschen und eben deren Arbeitsweisen kennen wie auch lieben zu lernen. Mit ein wenig Geschick habe ich die Kurse so gelegt, dass ich von Montag bis Mittwoch Uni hatte. Das verschaffte mir dann reichlich Zeit um das Land, die Menschen, deren Kultur und Religion entdecken zu können. Aber dazu später mehr.

Aktiver Vulkan, Foto: Sarina Wiegel

Bandung und Indonesien.
Bandung ist die Provinzhauptstadt von Westjava mit rund 2,5 Mio. Menschen und liegt inmitten von Vulkanen und Teeplantagen. Da die Stadt relativ hoch gelegen ist, ist das Wetter eher kühler (20-30 Grad) als anderswo in Indonesien. Bandung bietet nicht nur den wundervollen Campus, sondern auch unzählige Shoppingmalls.
Sarina´s Tipp: Packe nur das Nötigste und kleide dich dort komplett neu ein. Es lohnt sich. Am schnellsten kommt man von A nach B mit einem Roller. Der Verkehr ist enorm und gefühlt gibt es keine Straßenverkehrsordnung wie wir sie kennen. Jedoch habe ich keinen einzigen Unfall während meiner Zeit dort gesehen.
Sarina´s Tipp: Wenn du dich nicht traust selber Roller zu fahren, kannst du dir für wenig Geld einen Grabdriver bestellen.

Wenn ich genug von dem „kalten“ Bandung hatte, habe ich mit den anderen Austauschstudenten verschiedene Orte bereist. Nummer 1 der Reiseziele, natürlich Bali. Wenn ich mich entscheiden müsste, ob das Surfen auf Lombok, der indonesische Kochkurs auf den Gili Inseln, das Beobachten von Orang-Utans in ihrer natürlichen Umgebung, die Exkursionswoche nach Taiwan oder der Rollertrip von Bandung nach Yogyakarta das Highlight war, muss ich passen. Es war ein nicht endendes Abenteuer, von dem ich noch Stunden erzählen könnte, aber diesen Rahmen sprengen würde. Ich hoffe trotzdem, dass ich dir etwas Lust auf Indonesien machen konnte, denn es ist ein Land voller Überraschungen mit tollen Menschen und superleckerem Essen.

Kawah Putih (Weißer Krater) in der Nähe von Bandung.
Teeplantagen von Ciwidey nähe Bandung
Seetempel Pura Ulun Danu Bratan (Bali)
Dschungeltour auf Bali
Affen im Monkey Forest (Ubud, Bali)
Abbildung 9 Wilder Orang-Utan im Dschungel auf Sumatra