News |

Mein Auslandssemester in Bangkok

Reise nach Cambodia Foto: Sabina Almaschij

Sagt dir der Name “Krung Thep Mahanakhon Amon Rattanakosin Mahinthara Yuthaya Mahadilok Phop Noppharat Ratchathani Burirom Udomratchaniwet Mahasathan Amon Piman Awatan Sathit Sakkathattiya Witsanukam Prasit” etwas? Nein?

Diese Metropole ist weltweit auch unter dem Namen Bangkok bekannt und hält den Guiness Weltrekord für den längsten Namen einer Stadt. Jedoch ist Bangkok bei den Lokals nur unter dem Namen „City of Angels“ bekannt und das auch zu Recht. Mit seinen unzähligen Essensständen an jeder Straßenecke, den in der ganzen Stadt verteilten buddhistischen Tempeln, den unvergleichbaren Märkten und der einzigartigen Kombination aus Skyline und Urwald, kreiert Bangkok regelrecht einen himmlischen Großstadtdschungel. Im Herzen dieser Millionenstadt liegt eine der Top 3 Universitäten mit dem Namen Thammasat Universität, welche ich mir für mein Auslandsemester ausgesucht habe.

Während meines Auslandsemesters habe ich oft die Frage gehört: „Warum denn ausgerechnet Bangkok?“. Meiner Meinung nach sollte die Frage eher lauten: „Warum denn nicht?“!
Für mich stand fest: ich wollte auf jeden Fall nach Asien und Thailand war eines der Länder, das mich am meisten anzogen hat. Dies lag nicht nur an der zentralen Lage in Asien, sondern auch an den vielen interessanten Geschichten, die man von Backpackern und Urlaubern von der Stadt, die niemals schläft, zu hören bekommen hat. Angefangen vom exotischen Essen und atemberaubenden Landschaften bis hin zu neuen Religionen und Kulturen.



Thailändische historische Stätte Ayuthaya Foto: Sabina Almaschij

Lifestyle und Unterkunft

Schon vor dem Beginn meines Semesters in Bangkok erhielt ich mehrere Emails von der Thammasat Universität, welche mir ein paar Vorschläge bot, wo und wie ich am besten eine Unterkunft finden könnte, denn die Universität selbst bietet keine offiziellen Studentenwohnheime an.

Nachdem ich mich bei ein paar vorherigen Thammasat-Studenten aus Deutschland erkundigt hatte und ein bisschen selbst Recherche betrieben hatte, entschied ich mich für einer der unter den Auslandsstudenten beliebtesten Apartmentkomplexe mit dem Namen Borom 15 Mansion. Hier lebte ich mit vielen anderen Exchange-Studenten zusammen, die sich hier auch ein Apartmentzimmer ausgesucht haben.

Ausgestattet mit einem Bett, Schrank, Schreibtisch, Badezimmer, Kühlschrank und ganz wichtig einer Klimaanlage, hatte man alles Notwendige beisammen, um in Bangkok ein angenehmes Leben zu führen. Küche oder Kochnische sind in Bangkok überflüssig, denn man muss nur vor die Haustür treten und schon findet man Gerichte für umgerechnet nicht einmal 1€, die einem vor den Augen frisch zubereitet werden. Das ist wohl auch der Grund warum Bangkoker nie kochen, da es viel bequemer und kostengünstiger ist, sich schnell was auf Bangkoks Straßen oder von den Thailändern geliebten 7-11`s zu holen.
Auch wir Austauschstudenten entwickelten eine gewisse Vorliebe für den 24-7 geöffneten Convenientstore, der alles zu haben scheint und in jeder Notlage aushelfen konnte. Im Allgemeinen ist das Leben in Bangkok sehr komfortabel. Die meisten Geschäfte hatten bis spät in den Abend noch geöffnet und wenn ein 7-11 das Benötigte doch nicht hatte, konnte man problemlos die Straße überqueren, wo einen schon der nächste Convenientstore erwartete.

Ähnlich sah es mit der Fortbewegung aus. Ob mit Bus, TukTuk, Motorbike, Skytrain, MRT oder Taxi, man hatte unzählige Möglichkeiten von A nach B zu kommen. Zu beachten war jedoch, dass man viel Zeit und Geduld mitbringen musste, wenn man die Busoption wählte. Es gibt weder geregelte Fahrzeiten noch Fahrpläne und man ist gezwungen auf gut Glück an der Bushaltestelle auf den gewünschten Bus zu warten, was manchmal eine Wartezeit von nur ein paar Minuten oder auch von einer ganzen dreiviertel Stunde betragen konnte. Entsprechend sah es mit dem Verkehr in Bangkok aus. Abhängig von der Uhrzeit konnte man für eine Strecke, die im Normalfall eine halbe Stunde Fahrtdauer betragen würde, auch mal gut zwei Stunden benötigen. Auch ein Grund warum manche den ein oder anderen Flug verpasst haben, da sie mal wieder im Bangkoker Verkehr feststeckten.

Kurswahl und Universitätsleben

Erster Tag an der Uni Foto: Sabina Almaschij

Schon in Deutschland befasste ich mich mit der Kursauswahl, welche per Email an das Auslandsamt in Thailand geschickt werden musste. Doch in Thailand angekommen verlief nicht alles wie geplant. Aus den fünf von mir ausgewählten Kursen, wurde ich nur zu zwei Kursen zugelassen, welche darüber hinaus nicht meiner Erstwahl entsprachen.
Bei über 130 Auslandsstudenten und einer begrenzten Teilnehmerzahl in den auf Englisch angebotenen Kursen, verlief die Kursanmeldung nicht ganz so reibungslos wie ich es mir erhofft hatte.

Als frisch eingetroffene Auslandsstudentin war ich allerdings noch nicht an die gelassene Mentalität der Thailänder gewöhnt. Diese zeigten verhältnismäßig wenig Interesse an meinen Sorgen, welche ich um die Belegung einer Mindestanzahl an Kursen hatte. Nach mehreren Telefonaten und Emails mit meiner Auslandsbetreuerin in Pforzheim und vielen nervenaufreibenden Diskussionen mit den thailändischen Mitarbeitern, konnte ich eine Auswahl von fünf verschiedenen Kursen aufzeigen, welche eine thematische Bandbreite hatten. Darunter waren Kurse wie „Human Ressource Management“, „Product and Service Management“, „Enterprise Risk Management and Internal Control”, “Comparative Welfare States” und “Digital Technology for Business” aufzufinden. Allesamt musste ich in einer Schuluniform besuchen, von welcher ich nicht der größte Fan war. Einen großen Vorteil brachte die ganze Situation mit sich, denn dadurch belegte ich Kurse, welche von Dienstag bis Donnerstag stattfanden. Die Tage von Freitag bis Montag konnte ich aus diesem Grund gut nutzen um jedes Wochenende ein anderes Reiseziel anzustreben. Dabei kam mir die zentrale Lage von Thailand in Asien zu Gute und ich konnte Thailand und andere Länder während des Semesters bereisen und Orte wie Kambodscha, Singapur, Krabi, Phuket, Chiang Mai etc. erkunden.

Um während des Semesters fit zu bleiben und von dem vielen leckeren thailändischen Essen nicht zu viel zuzunehmen, bot Thammasat, wie viele andere Universitäten auch, eine Vielzahl an Sportkursen an und auch ein Fitnessstudio stand uns zur Verfügung. Jedoch bestand die Schwierigkeit hierbei nicht nur in der Sprachbarriere, sondern auch darin, dass die Mehrzahl der Sportangebote an dem zweiten und größeren Campus mit dem Namen Rangsit stattgefunden haben und nicht an dem von mir besuchten Campus. Jedoch muss ich gestehen, dass ich Fitnessstudio und co. nicht genutzt habe, da es für mich in Bangkok lohnenswertere Orte zu bewundern gab.
Die Uni bot auch eine eigene Bibliothek, Study-Räume, eine Freiluft-Mensa mit unglaublich leckerem und authentischen thailändischen Essen und je einem Gebäude für die verschiedenen Fakultäten.

Reisen

Trip nach Singapore Foto: Sabina Almaschij

Wie viele andere Mitstudenten, hatte auch ich die Wochenenden zum Reisen zur Verfügung und konnte diese somit nutzen, um Thailand und die umliegenden Länder zu erkunden. Beliebte Reiseziele waren hierbei Strände und Inseln im Süden von Thailand, wie HuaHin, Krabi, Phuket, KohSamui, KohLanta, PhiPhi Inseln und viele mehr.

Aber auch die atemberaubende Natur im Norden von Thailand blieb von uns nicht unerkundet. ChangMai, ChangRai, Pii und viele andere Gebiete mit wunderschönen Landschaften, die sich durch Wasserfälle, Dschungel und viele Reisfelder auszeichnete, warteten hier auf uns. Doch auch die umgebenden Länder wurden oft bereist. Bei den Studenten sehr beliebt waren Kambodscha mit dem Weltkulturerbe Angkor Wat, Indonesien mit der populären Insel Bali, Laos und Vietnam oder auch Städte wie Singapur und Kuala Lumpur. Andere etwas entfernt liegende Länder konnten gut nach den Prüfungen bereist werden und auch ich nutze die Zeit nach meinem Semester, um die Schönheit von Taipeh, Japan, Südkorea und Hongkong zu erforschen.

Somit kann ich aus tiefstem Herzen behaupten, dass es mehr als lohnenswert ist, nicht nur Asien, sondern im speziellen Thailand zu bereisen. Denn hier erwarten einen nicht nur außergewöhnliche Landschaften mit erstaunenswerten Sehenswürdigkeiten, sondern auch Menschen und Kulturen, die mit ihrer Liebenswürdigkeit und Aufgeschlossenheit herausstechen.

 

veröffentlicht von Sabina Almaschij, Studiengang Marketingkommunikation & Werbung