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Exkursion "Rheinschiene"

Vom 06. – 07.05.2019 fand die Exkursion „Rheinschiene“ des Studiengangs Einkauf und Logistik statt Organisiert wurde die zweitägige Exkursion von der studentischen Gruppe LogLive zusammen mit der Studiengangleitung.

Am Montagmorgen starteten insgesamt fünfzehn Studierende der Semester 1 bis 8 mit dem Bus von Pforzheim in Richtung Offenburg. Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt war das erste Ziel die Firma hansgrohe. Hansgrohe kann auf 118 Jahre Erfahrung in der Produktion von Küchen- und Badarmaturen sowie Küchenspülen zurückblicken. Zu hansgrohe gehört weiterhin Premiummarke Axor, deren Produkte  neben dem häuslichen Badezimmer auf Kreuzfahrtschiffen und in Luxushotels zu finden sind. Am Standort in Offenburg ist das zentrale Logistikzentrum und die Produktion. Das Unternehmen beschäftigte 2018 weltweit 4.687 Mitarbeiter, davon 2.864 in Deutschland und erwirtschaftete einen Gewinn von 214,8 Mio. Euro. Unter dem Slogan „Wir stehen für die schönsten Momente mit Wasser“ bekamen die Studierenden nach einer Kaffeepause einen Einblick in das Unternehmen und die dort laufenden Projekte im Logistikbereich. Im Anschluss wurde über das Logistikprojekt „One“ berichtet, das mit ca. 30 Mio. Euro Investitionssumme die Abläufe im Lager optimiert. Darüber hinaus erfolgte eine Vorstellung der „Case Calculation“ bei hansgrohe, bei der unter Berücksichtigung der Abmessungen aller Produkte die optimale Größe der Kartons ausgewählt werden kann. Zudem wurde das „Put to Light“ Prinzip erläutert. Nach den Vorträgen folgten eine zweistündige Führung durch die verschiedenen Lagerbereiche, ein gemeinsames Mittagessen und zum Abschluss Tipps für eine Karriere bei hansgrohe. Hier stellte die Pforzheimer Logistikabsolventin Vanessa Podak ihren beruflichen Werdegang von Pforzheim nach Offenburg dar.

Nach dem Checkin im Hotel endete der erste Tag bei einem gemeinsamen Abendessen, in dessen Anschluss es Gelegenheit gab, den Abend in Offenburgs Lokalitäten ausklingen zu lassen.

Der nächste Tag begann mit einem gemeinsamen Frühstück im Hotel. Im Anschluss ging es mit dem Bus zur Firma Bosch nach Bühl. Die Bosch GmbH mit einem Gesamtumsatz von 75 Milliarden Euro ist gegliedert in die vier Unternehmensbereiche Mobility Solutions (47 Milliarden Euro Umsatz), Industrietechnik, Energie und Gebäudetechnologie und Consumer Goods. Dabei findet man in Bühl den Bereich electrical drive (ED), wozu z.B. Smart Wheels oder Power Actuators gehören. Im Bereich ED arbeiten rund 19.700 Mitarbeiter weltweit an 17 Fertigungsstätten, davon 2.700 in Bühl. Den Teilnehmern wurde das Thema Wertstromanalyse erläutert und der Aspekt der Nivellierung, auch bekannt als „e-Heijunka“, weiterhin der Bullwhip-Effekt und wie er der durch eine gleichmäßigere Auslastung verringert werden kann, schlussendlich Varianz, ABC-Analyse, Rüsten oder Losgröße. Interessant waren die Informationen über das Konzept des „Floating Runner“, also dass nachts das Produkt mit dem größten Auftragsvolumen produziert wird. Dadurch wird ein Reset erzeugt und nur ein Sicherheitsbestand von diesem Teil benötigt. Zudem wurde die RELOWISA-Formel beschrieben, mit der die Kanbananzahl berechnet werden kann. Hinzu kam die Vorstellung aktueller Projekte mit RFID-Technologie. Nach der Theorie ging es ins Lager – die Teilnehmer erhielten Einblicke in den Materialfluss im Haus vom Eingang bis zum Versand. Zum Abschluss konnten die Studierenden im Rahmen einer Stellenbörse mit Infoständen den direkten Kontakt zu den Mitarbeitern der Abteilungen suchen und sich über Praktika, Werkstudententätigkeiten oder Stellen informieren.

Nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto führte die Exkursion weiter nach Waldbronn zur Firma Agilent Technologies, die 1939 von HP gegründet und 1999 dann ausgegliedert wurde. Agilent Technologies ist einer der führenden Hersteller analytischer Messtechnik mit einem Umsatz von 5 Milliarden USD und beschäftigt weltweit 15.200 Mitarbeiter, davon rund 1.000 in Waldbronn. Agilent produziert Apparaturen bzw. Geräte für die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie und die automatisierte Elektrophorese. Das Unternehmen ist aktiv in den Märkten Kommunikationselektronik, Life Science und Medizinindustrie. Abweichend zu den bisherigen Besichtigungen lag der Fokus hier auf dem Einkauf und die Supply Chain. Die Teilnehmer erhielten detaillierte Einblicke in Einkauf und Beschaffung von Agilent. Das Einkaufsvolumen liegt bei Agilent bei einer Milliarde Euro und 300 Lieferanten. Neben Zahlen und Fakten wurde der Weg von der Idee zur Serie erklärt, die Rolle des Einkaufs, die Sourcing Strategien sowie das Prototyping.

Der Studiengang bedankt sich bei den Firmen und den beteiligten Organisatoren, die den Studierenden großartigen Einblicke ermöglichten.

Nicole Schneider (LogLive)