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„Weißt du eigentlich was du tust?“

„Weißt du eigentlich was du tust?“ – Die Illusion der nachhaltigen Zukunftsgestaltung

Bei der dritten Ringvorlesung Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit im Wintersemester 2018/19 war Lars Groskopf von Siebenbach|Unternehmenskultur als Referent zu Besuch. Lars Groskopf näherte sich mit dem Publikum der Frage „Weißt du eigentlich was du tust?“. Es wurde sehr schnell klar, dass diese Ringvorlesung – ein Impulsvortrag – anders wird, so trat Herr Groskopf durch Fragen an das Publikum fortwährend in einen Dialog mit den Zuhörern.

 

Von Beruf Mensch – so stellte sich Lars Groskopf dem Publikum vor. Etwas anderes können er und wir alle auch nicht sein. Doch machen wir überhaupt, was wir wollen und wozu wir bestimmt sind oder machen wir letztlich wozu unser Umfeld uns bewegt? Unser Umfeld umfasst Familie, Freunde, Kollegen, Vorgesetzte und viele andere. In gewisser Art und Weise werden wir immer tun was der „Markt“ von uns verlangt bzw. erwartet, um unser Bestehen zu sichern. So gibt es nur Wenige, die sich trauen dem Umfeld entgegen zu treten.

 

Anhand einer einfachen Zeichnung illustrierte Lars Groskopf, dass unser innerstes Selbst der wichtigste Punkt ist, von dem alles ausgeht und in dem von Beginn an alles, das notwendig ist, vorhanden ist. Um diesen Punkt herum entsteht eine Wirklichkeit – eine Projektion. Nehmen wir uns einen Punkt in der Projektion zum Ziel, werden wir diesen nicht unbedingt erreichen, denn zwischen uns und dieses Ziel kommt eine Vielzahl an Glaubenssätzen. Diese Sätze wie „Das macht man so nicht.“, „Das haben wir schon immer so gemacht.“ oder „Was würde mein Vater dazu sagen?“ lenken unseren Weg ab und wir enden schließlich an einem anderen Punkt. Diese Kultuscluster jedoch zu umschiffen oder gar aufzulösen ist schwierig. Auch Führungsetagen in Unternehmen prägen die Umwelt ihrer Mitarbeiter und arbeiten daran solche Cluster aufzulösen.

Auch wenn uns Kulturcluster möglicherweise daran hindern unser Ziel zu erreichen, hat jeder ein gewisses Ziel auf das er sich fokussiert. Diese Zielfokussierung birgt aber die Gefahr das Schöne drum herum zu verpassen. Wir brauchen also einen Perspektivenwechsel, denn ein Ziel ist immer nur ein Bestandteil des Ganzen.

 

Nach dieser Einführung gab Herr Groskopf Impulse zur Kulturarbeit an das Publikum zur Diskussion, die dazu dienen sollen Veränderungen und Entwicklungen voranzutreiben.

„Alles beginnt bei mir selbst.“ – ich entscheide was ich tun will, auch für eine Position in einem Unternehmen entscheide ich mich. 

„Es existiert nur das Jetzt.“ – Zukunftsentscheidungen sind ein Wunsch im Jetzt, es läuft oft anders als geplant und ich kann mir heute lediglich Hoffnungen auf Morgen machen. Change findet statt, die Zeit läuft permanent und das Jetzt ist das Einzige was es gibt. Ich kann mir nur denken, dass es Morgen anders wird als jetzt. Umstände und damit auch Menschen ändern sich.

 

Diese Impulse führten zu einer regen Diskussion im Publikum, in der sehr persönliche Ansichten geäußert wurden und Beispiele vorgebracht wurden, in denen das Umfeld einen verleitet etwas zu tun, das man eigentlich gar nicht will. Seinen Vortrag beendete Herr Groskopf mit dem Satz: „Sei nicht wie man dich haben will, sondern sei.“. Damit ging ein besonderer Vortrag, der den Zuhörern sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird, zu Ende.