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Wege zum Masterstudium: Gastbeitrag von Dekan Thomas Cleff in der FAZ

Dekan Prof. Dr. Thomas Cleff

Soll ich direkt einen Master anschließen oder erst einmal in die Praxis? Diese Frage stellen sich viele Studierende gegen Ende des Bachelorstudiums. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat am 17. und 18. Januar 2018 ein Spezial zum Thema „Bachelor und Master“ veröffentlicht und Professor Dr. Thomas Cleff, den Dekan der Business School, zu einem Gastbeitrag eingeladen. Lesen Sie hier den Beitrag, der in der FAZ/FAS erschienen ist.

Mit der Bologna-Reform ist die Zahl der Optionen gestiegen. Im Anschluss an das Bachelorstudium kann ein Master aufgesattelt werden, muss aber nicht. Denn der Bachelorabschluss in Betriebswirtschaftslehre qualifiziert für den Beruf – ohne Wenn und Aber.

In den Wirtschaftswissenschaften ist der Anteil derjenigen, die mit dem Bachelorabschluss erst einmal Berufserfahrung sammeln, so hoch wie in keiner anderen Fächergruppe. Das belegt die repräsentative HISBUS-Studierendenbefragung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). In unserem Fach sind die Arbeitsmarktchancen erfreulicherweise so gut, dass der Berufseinstieg ebenso wie Fach- und Führungskarrieren schon mit dem Bachelorabschluss möglich sind.

Mehrheit entscheidet sich für Master


Dennoch entscheidet sich die Mehrheit der Bachelorabsolventinnen und -absolventen im Bereich Wirtschaftswissenschaften für ein ergänzendes Masterstudium. Während rund 61% der Universitätsabsolventinnen und -absolventen ein Masterstudium planen, sind es bei den Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen 40%, so die HISBUS-Daten. Ob Pflicht oder Kür für die Karriere – ein Masterstudium spezialisiert im jeweiligen Fachgebiet, vermittelt neue Kompetenzen, schärft das individuelle Profil und verbessert auch die Berufschancen. Zudem eröffnet es die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Karriere und den Zugang zu manch einem staatlich regulierten Beruf, für den der Masterabschluss zwingend erforderlich ist.

Es mag simpel klingen, aber: Wer ein Masterstudium plant sollte für das Studienfach brennen, sich für die Inhalte des Curriculums interessieren und Lust aufs Lernen haben. Wer einen Master lediglich als Verlegenheitslösung ansieht oder „noch keine Lust aufs Arbeitsleben“ hat, der ist im Studium grundsätzlich fehl am Platz. Bei der Wahl des passenden Studienortes sollte dann systematisch geprüft werden, ob das Programm dem entspricht, was einen interessiert. Führt der Studiengang auf mein Berufs- und Karriereziel hin? Bietet er mir zusätzliche Optionen, z. B. mit Blick auf individuelle Profilbildung, Auslandssemester oder Netzwerke in die Praxis? Und ebenfalls wichtig: Was berichten aktuelle Studierende und Absolventen des betreffenden Masterprogramms? Welchen Ruf hat die Hochschule?

Für den Weg zum Master gibt es grundsätzlich drei Alternativen. Das Masterstudium kann entweder direkt nach dem Bachelorstudium, im Regelfall als Präsenzstudium in Vollzeit, oder nach einigen Jahren im Beruf in Form eines Vollzeit- oder berufsbegleitenden Studiums aufgenommen werden. Ein Masterstudium unmittelbar nach dem Bachelor anzuschließen ist die richtige Wahl für jene, die genau wissen, auf welches Tätigkeitsfeld sie sich spezialisieren möchten. Der direkte Weg zum Master bietet den Vorteil, zeitlich kompakt zu studieren und über ein spezialisiertes Fachprofil schon beim Berufseinstieg eine breitere Auswahl an Stellen zur Verfügung zu haben. Hier sollten bereits die Übergangsmonate zwischen dem Ende des Bachelorstudiums und dem Beginn des Masterstudiums aktiv genutzt werden. Ein weiteres Praktikum schafft zusätzliche Berufserfahrung und dient der weiteren Orientierung: Welche Tätigkeiten liegen mir besonders? In welchen Aufgabengebieten sehe ich mich beruflich? Was bedeutet das für die Fächerwahl im geplanten Vertiefungsstudium?

Die drei bzw. vier Semester des Masterstudiums bieten dann die Möglichkeit, den Arbeitsmarkt weiter zu beobachten und das eigene Profil durch Projektarbeiten und die Masterthesis gezielt zu stärken. Neben dem Wissens- und Kompetenzerwerb besteht vielleicht auch Raum für eine Werkstudententätigkeit, einen (weiteren) Auslandsaufenthalt oder für die Mitarbeit in einer studentischen Initiative – Einblicke und Erfahrungen, die so im späteren Erwerbsleben nicht mehr möglich sind.

Studieren mit Berufserfahrung

Wer sich erst einmal für den Direkteinstieg in die Praxis entscheidet und das Masterstudium dann nach einigen Jahren Berufserfahrung aufnimmt, muss zunächst wieder auf „Studienmodus“ umstellen. Aber berufserfahrene Masterstudentinnen und -studenten können das Profilstudium mit einem deutlich größeren Erfahrungshorizont und nicht zuletzt auch mit einem finanziellen Polster angehen. Sie profitieren von ihrem Praxiswissen, indem sie neues Wissen in eigene Erfahrungskontexte einordnen und umfassendere Bezüge herstellen können. Zudem studieren sie zielorientiert, weil sie meist den nächsten Entwicklungs- oder Karriereschritt fest im Blick haben.

Das Vollzeitstudium stellt hier – noch – den gängigen Weg dar. Jedoch verändert sich der Markt zusehends. Im „dritten Weg“ bieten neben privaten verstärkt auch staatliche Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaften Teilzeit- oder berufsbegleitende Masterstudiengänge an. Hier wird sich in den nächsten Jahren einiges tun, so dass v.a. Studierende mit Praxishintergrund künftig ein breiteres und vielfältigeres Angebot vorfinden werden. Ob Master ja oder nein, jetzt oder später: Wer vor der Entscheidung steht, kann guten Gewissens prüfen, abwägen und wählen. Die Wege sind unterschiedlich, aber sie ermöglichen allesamt individuelle Karrierepfade.