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Studieren in Zeiten von COVID-19

Die Studierenden aller Fakultäten der Hochschule Pforzheim können dank zahlreicher Online-Angebote bereits seit zwei Wochen ihr Studium fortsetzen.

Am 27. März ging das erst 40% der Studierenden an deutschen Hochschulen genauso.  Jeder Vierte gab in einer aktuellen SONAR-Umfrage sogar an, dass ihre Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) derzeit offenbar gar keine Online-Vorlesungen plane. Bei den Studierenden an Universitäten, bei denen das Sommersemester allerdings noch nicht begonnen hatte, lag dieser Anteil mit 38% signifikant darüber.
Doch die Studierenden gaben sich zuversichtlich: nur ein knappes Drittel der Befragten trauen es ihrer Hochschule / Uni nicht zu, das Präsenzstudium auf digitalem Wege weitgehend zu ersetzen.

Studentinnen offenbar altruistischer als Studenten
Die Studentinnen in unserer Stichprobe gaben mehrheitlich an, dass sie sich vorstellen könnten, in ihrer Vorlesungsfreien Zeit in einer stark überlasteten Branche mitzuarbeiten. Nur ein Viertel der Studentinnen kann sich das nicht vorstellen, während sich ihre männlichen Kommilitonen deutlich zurückhaltender zeigen: 46% können sich vorstellen, so einen Job, etwa als Erntehelfer, zu übernehmen und jeder dritte Student (34%) winkt hier vorsorglich ab.

Studis vermissen vor allem ihre Freunde
Offen gefragt, was die Studierenden gerade am meisten vermissen gab jeder zweite (47%) Soziale Kontakte an, 40% nannten explizit das Treffen mit Freunden. Sport z.B. im Fitnessstudio und die „Freiheit“, einfach so rausgehen zu können, nannten 12 bzw. 11% der Befragten. Aber die Studierenden vermissen auch ihre Vorlesungen und Seminare (9%), das Ausgehen (8%) und einfach die Normalität (8%). Urlaub und Reisen nannten lediglich 3% der Studierenden.

Fernsehen, zocken und lernen – der neue (alte) Alltag der Studierenden
34% schauen fern, nutzen insbesondere Netflix (15%), spielen (22%), lernen (21%) oder machen ihren Haushalt (18%). Für manche hat sich da der Alltag sicher nicht allzu sehr verändert.

Über die Hälfte der Studierenden (56%) hat kaum Sorgen, dass Corona ihrer eigenen Gesundheit ernsthaft schaden könnte.

Auch die Studierenden fürchten eine Wirtschaftskrise
Die Studierenden sollten einen Blick in die Zukunft wagen und sagen, was sich 2022 im Vergleich zu 2019 durch die Corona-Krise verändert haben könnte. Eine Wirtschaftskrise bzw. Rezession nannte jeder fünfte Befragte (21%). Die Studierenden erwarten aber auch positive Veränderungen. Einen Ausbau der Digitalisierung (17%), eine Verbesserung des Gesundheitswesens (12%), ein verbessertes staatliches Krisenmanagement (12%). Auf sozialer Ebene sehen die Studierenden bewussteres Leben (8%), mehr Solidarität und Zusammenhalt (6%) und ein stärkeres Bewusstsein für Hygiene (8%). Auch positive Effekte auf Klima und Umweltbewusstsein (7%), die 2022 noch anhalten, werden erwartet.

Erste Erfahrungen der Studierenden mit Online-Vorlesungen
Ein Lichtblick sind die Erfahrungen der Studierenden mit Online-Vorlesungen. Nur jeder Dritte Befragte (35%) gab an, dass sich die Verständlichkeit der Vorlesungsinhalte gegenüber der regulären Vorlesung verschlechtert hätte. Über die Hälfte der Studierenden (55%) findet, dass die Verständlichkeit gleichgeblieben ist. Spannend: ein Viertel (23%) der „Online-Studierenden“ gab an, dass sich ihre Konzentration während der Vorlesung sogar verbessert hat.

Universitäten etwas besser in der Krisenkommunikation als HAW
28% der Hochschul-Studierenden fühlen sich schlecht informiert zu Corona-bedingten Änderungen im Hochschulleben. Von ihren Universitäten fühlt sich nur jeder fünfte Befragte (19%) schlecht informiert. Insgesamt fühlt sich jedoch die Hälfte der Befragten gut informiert.

Zur Studie:
SONAR ist die studentische Initiative des Bachelorstudiengangs Marktforschung und Konsumentenpsychologie unter Leitung von Prof. Dr. Christa Wehner.

Befragt wurden über ein Online-Panel 500 Studierende am 26. und 27. März. Die Stichprobe wurde bei der Auswertung auf 462 Studierende reduziert und besteht aus 48% Männern und 52% Frauen im Alter von 17 bis 27. 39% der Befragten gab an, an einer (Fach-)Hochschule oder HAW zu studieren. 61% studieren an einer Universität.

Fachliche Unterstützung erhielt das Projektteam von Prof. Dr. Christa Wehner.  Das Projektteam besteht aus Daniele Wilk, Daniel Galatchiev, Simon Bludau, Linus Knapp und dem Projektleiter Philipp Hahn, die die Studie in kürzester Zeit neben den eigenen Online-Vorlesungen und Hausarbeiten erarbeitet und durchgeführt haben.

Philipp Hahn

Die Charts zur Studie