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Rückblick „Digital HR: Chancen und Risiken der Digitalisierung“

Digital HR: Chancen und Risiken der Digitalisierung - Heißen die Personaler der Zukunft alle Siri, Alexa oder Watson?

Am 21. November 2017 war es wieder soweit. Die Business School der Hochschule Pforzheim lud nun bereits zum 13. Mal Vertreter aus Wirtschaft und Forschung zu ihrer renommierten Veranstaltung „Business meets Science“ ein, welche dieses Mal unter den Titel „Digital HR: Chancen und Risiken der Digitalisierung“ stand.

Um 9 Uhr trafen sich die ersten Gäste zum entspannten Plausch im Foyer des Veranstaltungssaales, wo sie sich mit Brezeln sowie warmen und kalten Getränken auf den Tag einstimmen konnten.

Um 9:30 Uhr begrüßte Herr Prof. Dr. Thomas Cleff als Dekan der Fakultät für Wirtschaft und Recht die zahlreich erschienenen Gäste aus Wirtschaft und Forschung, unter die sich zusätzlich einige Studierende des Masterstudiengangs Human Resources Management der Hochschule Pforzheim gemischt haben. Herr Cleff betonte dabei die ausgezeichnete Möglichkeit dieser Veranstaltung, Praxis, Forschung und Lehre an einen Tisch zu bringen, um über die bevorstehenden Veränderungen durch die Digitalisierung zu diskutieren. Dabei liege ein besonderes Augenmerk auf den dadurch ausgelösten aktuellen Trends und zukünftigen Herausforderungen für das Human Resources Management.

Nach einer kurzen Vorstellung der Tagungsthemen durch Prof. Dr. Stephan Fischer als Direktor des Instituts für Personalforschung und der Präsentation der erstmals eingeführten Twitter-Wall mit dem Hashtag #BusinessMeetsScience, auf der den Gästen die Möglichkeit gegeben wurde, ganz im Namen der Digitalisierung rege online über die Vorträge und Workshops des Tages zu diskutieren, eröffnete um 10:00 Uhr Prof. Dr. Joachim Schuler  die Vortragsreihe. Als Wirtschaftsinformatiker gewährte er in einem dynamischen, interaktiven Vortrag dem Publikum Einblicke in die Chancen, aber auch Risiken, die mit aufstrebenden Trends wie Cloudlösungen, Software as a Service (SAAS) oder der immer größer werdenden Rechenleistung einhergehen.

Ein besonders spannendes Augenmerk legte er dabei auf die Themen der Dezentralisierung der Datensicherheit und Kryptographie durch Blockchains sowie auf das enorme Potential künstlicher Intelligenz (AI).

Im Anschluss stellte Prof. Dr. Anja Schmitz digitale Trends des Human Resources Managements aus Sicht der Forschung dar. Knackpunkt seien dabei eine integrierte IT mit Unterstützung nutzerspezifischer Apps sowie ganzheitliche Design- und Serviceelemente. Dies kann laut ihren Erkenntnissen allerdings nur über eine gleichzeitige Integration der HR-Prozesse in die Business Prozesse gelingen. In Zeiten, in denen sich sowohl Zahl und Anforderungsprofil der Stellen, aber auch die gesamte Aufbauorganisation verändern, muss, so Anja Schmitz, HR als strategischer (Transformations-)Berater des Business agieren, um den in Zukunft erwarteten Wandel mitzugestalten und ihm nicht zum Opfer zu fallen.

Nach einer anschließenden spannenden Diskussion mit den beiden Vortragenden  wurden die Gäste um 11:00 Uhr in die Kaffeepause entlassen, während sich die Twitter-Wall einer regen Beteiligung erfreute.

Nach der Pause waren die Gäste bereit für zwei besonders heiß erwartete Vorträge. Zunächst sprach Roger Haenggi von der IBM Talent Management Solutions D/A/CH über die digitale Transformation  von HR und die damit emergierende Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine mittels Augmented Intelligence. Durch einen anschaulichen Einstieg mittels einer Selbsthilfegruppe für Maschinen führte Herr Haenggi das Publikum spielerisch an das „kognitive Zeitalter“ heran, in dem der Mensch mit seinen besonderen Fähigkeiten wie Moral, Fantasie oder Mitleid eine Partnerschaft mit den Maschinen, gekennzeichnet durch Eigenschaften wie Muster, Bilder oder Kapazität, eingehen wird (werden muss?). Wie das aussehen kann, demonstrierte Herr Haenggi anhand der e-Learning Plattform von IBM, die neben klassischen Online-Trainings mit Empfehlungen á la Netflix auch Möglichkeit zur Weiterentwicklung der eigenen Rolle in der Organisation bietet, sowie an einem Piloten eines Chat-bot-gestützten Karriereportals. Die Quintessenz seines Vortrags fasste Herr Haenggi in Mark Twains passendem Zitat „The secret of getting ahead is getting started“ zusammen, was man als Ortsansässiger wohl mit „Einfach mache, net schwätze“ übersetzen könnte.

Den zweiten Vortrag nach der Kaffeepause präsentierte Arnd Simon von Microsoft Digital, in welchem er unter dem Titel „Back to the future: Achieve more by transforming the HR experience“  auf den Mehrwert durch neue Technologien, wie etwa der Microsofts HoloLens aufmerksam machte. Er gewährte dabei interessante Einblicke in die HR-Strukturen eines innovativen Megakonzerns, bei dem klassische HR-Aufgaben wie selbstverständlich outgesourct werden und nur die Mehrwert bringenden Tasks, die sich direkt mit Kultur und Mitarbeitern beschäftigen, behalten werden. Dabei appelliert Herr Simon gleichzeitig an die anwesenden HRler, sich stärker in das Business zu integrieren, selbst Verantwortung für Veranstaltungen wie etwa Hackathons zu übernehmen, die zwar von ihrer Art her informatisch geprägt sind, von ihrer Wirkung aber ganz klar beim Thema HR angesiedelt sind.

Nach einer weiteren anschließenden Diskussion mit den beiden Referenten wartete auf die Gäste im Foyer ein ausgiebiges Buffet, an dem sie Energie für einen weiteren Vortrag und die Workshops am Nachmittag tanken konnten.

Das Nachmittagsprogramm eröffnete der HR Masterabsolvent Christopher Volkery mit einem Vortrag über die wesentlichen Kernergebnisse seiner Masterthesis über das Thema „People Analytics und eine ethische Mitarbeiterführung“.  In einem kurzweiligen Vortrag referierte Herr Volkery zuerst allgemein über das Phänomen People Analytics und stellte dabei auch verschiedene Einsatzbereiche im HR vor, in welchem die besagte Analysemethode in Zukunft verstärkt in Erscheinung treten könnte. Beispielhaft können hier die Teilbereiche Personalbeschaffung, Mitarbeiterführung oder Retention Management genannt werden. Anschließend ging der Referent noch etwas genauer auf seine bearbeitete Forschungsfrage ein und zeigte sowohl Chancen als auch Risiken von People Analytics für die ethische Mitarbeiterführung in Organisationen auf.

Anschließend wurden alle Teilnehmer der Veranstaltung in zwei Gruppen aufgeteilt, welche jeweils parallel an zwei Workshops teilnahmen. Eines dieser Seminare wurde von der tts Talent Management Consulting GmbH organisiert  und drehte sich um das Thema Cloud Talent Management. Im Hinblick auf dieses Thema diskutierten die Teilnehmer in vier Kleingruppen sowohl über die Anforderungen, mit denen sie sich aktuell beschäftigen, als auch über Herausforderungen und Stolpersteine, welche es zu bewältigen gilt. Die Ergebnisse der Diskussionen wurden jeweils auf einem Flip Chart gesammelt und anschließend im Plenum vorgetragen. Im zweiten Workshop, welcher von Herrn Volkery betreut wurde, standen die Vorstellungen der Anwesenden über das Thema People Analytics im Vordergrund. Die Diskussionsteilnehmer gingen der Frage nach, wie People Analytics ihrer Meinung nach im Unternehmen ausgestaltet sein sollte und welche Quick Wins in diesem Zuge angestrebt werden könnten. Die kreativen Ergebnisse und Vorstellungen der Teilnehmer wurden im Anschluss wiederum anhand eines Flip Charts in der Gruppe präsentiert.

Auch dieses Mal gelang den Veranstaltern ein spannendes, innovatives und rundum praxisnahes Event, welches durch die rege Beteiligung der erschienen Gäste seinem Status als richtungsweisende Institution ein weiteres Mal gerecht werden konnte. Wir freuen uns, Sie am 8. Mai 2018 wieder bei uns begrüßen zu dürfen, wenn sich zum 13. Mal Business und Science an der Hochschule Pforzheim treffen.

Autoren: Mario Auchter, Dorian Messelhäuser und Kevin Pfistner