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Business PF - Wissen, worauf es ankommt

News | 

Eine Reise vom Rohstoff bis zum Abfall

Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg

Im Bergwerk: Abbaumethoden aus 1000 Jahren

Am Hochofen der Salzgitter AG

Gruppenfoto bei VW

"Hochzeit" von Karosserie und Antriebsstrang

Alte Handys: der Schatz in der Mülltonne

Gut verpackt in einer ehemaligen Bleihütte

Die Exkursionsleitung 2017

Exkursionswoche führte zu eindrucksvollen Produktionsstätten in Niedersachsen

Sie spürten die Wärme glühenden Stahls zwanzig Meter entfernt vom Hochofen, waren inmitten des Roboterkonzerts in der Automobilfertigung oder krochen durch die dunklen Gänge eines alten Erzbergwerks. Das waren die Impressionen der Studentinnen und Studenten des Masterstudiengangs Life Cycle & Sustainability auf ihrer einwöchigen Tour. Jeden Mai finden an der Hochschule Pforzheim unter Anleitung ihrer Professoren die studentischen Ausflüge in die Praxis statt. Diesmal waren es Industrieunternehmen in Niedersachsen, allen voran Volkswagen in Wolfsburg und Salzgitter Flachstahl.

Der Studiengang beschäftigt sich mit der Nachhaltigkeit und der ökologischen Bilanz von Produkten. Dabei müssen die Umweltbelastungen von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung der Abfälle berücksichtigt werden. Und so waren auch bei der Exkursion alle Stationen des „Lebensweges“ von Produkten zu sehen. Angefangen hatte man in der ältesten Erzmine Deutschlands am Rammelsberg, einem eindrucksvollen Weltkulturerbe, das zeigt, welcher Aufwand nötig ist, um die Ressourcen für unsere alltäglichen Güter zu gewinnen.

Im Stahlwerk in Salzgitter konnten die zwanzig Studentinnen und Studenten verfolgen, wie aus dem Erz ein Stahlblech wird, das dann in der Automobilindustrie eingesetzt wird. Unvergessen bleibt den Pforzheimern das Walzwerk, in dem aus einem glühenden 40-Tonnen-schweren Stahlblock ein millimeterdünnes Blech gewalzt wird.

Aber auch die eigentliche Herstellung von Produkten hinterließ ihren Eindruck: Durch die Fertigung von Volkswagen in Wolfsburg muss man regelrecht fahren, weil die Hallen kilometerlang sind. Die Besucher kommen an Tausenden von Robotern vorbei, die sich im Takt bewegen, fahren unter ausgeklügelten Transportbänder für Karosserien durch, bis schließlich Facharbeiter letzte Hand an den nagelneuen Pkws anlegen und ihre Qualität prüfen. Ein besonderes Highlight war die Diskussion mit Vertretern aus der Umweltabteilung von Volkswagen, die sich auch kritischen Fragen der Studentinnen und Studenten stellten.

Doch nicht nur bei Rohstoffgewinnung und Produktion muss großer Aufwand getrieben werden. Die sachgerechte Entsorgung der Altprodukte ist mindestens genauso wichtig, wie Beispiele des Bleibatterierecyclings bei der Harz-Metall GmbH und der Elektronikschrottaufbereitung bei Electrocycling GmbH in Goslar zeigten. Derzeit werden dort rund 4.000 Tonnen Elektroaltgeräte pro Monat verarbeitet, vom Handy bis zur Waschmaschine. Dabei sollen nicht nur die gängigen Metalle wie Eisen, Alu oder Kupfer recycelt werden. Es laufen auch Versuche, Indium oder Tantal zurückzugewinnen, was momentan aber noch nicht wirtschaftlich ist.

Ein Ausflug nach Wolfenbüttel und zur Fabrik von Jägermeister war schließlich der „Absacker“ einer spannenden Tour durch die Praxiswelt der Industrie. „Die Eindrücke in einer echten Fabrik lassen sich durch keinen Vortrag oder Film ersetzen. Das muss man selbst erlebt haben“, meinte Professor Mario Schmidt, der die Gruppe begleitete. Nun haben die Studentinnen und Studenten konkrete und spannende Beispiele vor Augen, wenn sie an der Hochschule wieder ihre Ökobilanzen und Produktanalysen erstellen.