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„Leadership reloaded“ - immer am Ball bleiben und neue Wege beschreiten

Am 27. September 2017 war mit Jeannette Weisschuh eine Alumna als Referentin bei der Erstsemesterveranstaltung „VIA Impulse“ zu Gast, die rund drei Jahrzehnte nach dem eigenen Studienbeginn ihrer Hochschule in vielfältiger Weise verbunden ist: Als Mitglied des Beirats der Fakultät für Wirtschaft und Recht und Mitglied des Hochschulrats leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung von Business School und Hochschule. Der permanente Antrieb, nicht stehen zu bleiben und sich selbst immer weiterzuentwickeln und dabei auch neue Wege zu beschreiten wurde in ihrem Vortrag zum Thema „Leadership reloaded“ deutlich. Im vollbesetzten Audimax erläuterte die Absolventin des damaligen Studiengangs Werbewirtschaft und weltweit als Direktorin  für Corporate Affairs bei Hewlett Packard Enterprise tätig, welche Kriterien entscheidend für erfolgreiche Führung  sind. Sie ermutigte die Studienanfänger, Gegebenheiten immer wieder kritisch zu hinterfragen, sich selbst zu reflektieren und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv zu verfolgen. "Viele Jobs von morgen gibt es heute noch nicht“, so Weisschuh, zudem würden immer mehr Jobs zu Arbeitstätigkeiten reduziert, die wieder verschwinden – hier gelte es, Entwicklungen zu erkennen, am Ball zu bleiben und nicht an bestehenden Prozessen festzuhalten. Sie selbst habe sich etwa alle zwei Jahre neuen Herausforderungen gestellt. Es gelte möglichst flexibel auf  Entwicklungen zu reagieren und dabei auf wichtige Kompetenzen wie Creativity, Critical Thinking, Collaboration und Communication (4C's) zu setzen. Auch Lebenslanges Lernen bekomme einen neuen Stellenwert.   „Jeder kriegt das, was er bereit ist, zu investieren“, so Weisschuh im Hinblick auf das künftige Berufsleben der jetzigen „Newies“ der Business School. Wichtig sei in Zeiten immer flacherer Hierarchien in Unternehmen die vielfältigen Möglichkeiten  von Leadership auf allen Ebenen zu nutzen. Mehr denn je komme es auch auf Zusammenarbeit und  Vernetzung mit andren an, um erfolgreich zu sein – dies könne an der Pforzheimer Hochschule ideal geübt werden, indem man auch Impulse von den anderen Fakultäten Technik und Gestaltung mitnehme.

 
Jeannette Weisschuh, selbst passionierte Läuferin, richtete ihren Vortrag an einem afrikanischen Sprichwort aus, welches besagt, dass sowohl die Gazelle als auch der Löwe in dem Wissen erwachen, dass sie schnell laufen müssen, um zu überleben. Übertragen auf Studium und Karriere sei es ratsam, mitunter schnell aber auch mit anderen gemeinsam zu laufen, sich frühzeitig nach Zielen zu orientieren und diese konsequent zu verfolgen. Vor allem Bereiche zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen wie Umwelt, Gesundheitswesen oder Bildung könnten richtungsweisend sein und den Leadern von morgen spannende Aufgaben bieten, die zu großer beruflicher Erfüllung führen könnten. Weisschuh war in den letzten zehn Jahren für Aufgaben zu gesellschaftlichen Fragestellungen in Europa und weltweit verantwortlich und wurde für die Entwicklung von zukunftsweisenden Konzepten zu verbesserten Lehr- und Lernmethoden in der Bildung mehrfach ausgezeichnet. Sie ermutigte die Erstsemester sich frühzeitig mit den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen vertraut zu machen und zu überlegen, wo jeder in seinem Umfeld einen Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen könne.
Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft bieten sich vielfältige neue Chancen aber auch Herausforderungen für die Führungskräfte von morgen. Es gelte, diese Entwicklungen aktiv mit zu gestalten. Dabei komme es nicht unbedingt darauf an, dass Führungskräfte neue Richtungen vorgeben sondern Impulse setzen und die Mitarbeiter zum Finden neuer Antworten motivieren.  Es komme  mehr denn je auf motivierte Mitarbeiter und eine neu gelebte Vertrauenskultur an, die von Führungskräften entscheidend geprägt werden müsse.

 
Zum Abschluss ihres Vortrags gab sie den Erstsemestern den Rat, an einem Thema zu arbeiten, das sie wirklich interessiert, dieses mit Leidenschaft zu verfolgen und möglichst frühzeitig praktische Erfahrungen zu sammeln. Sie selbst sei ihrem Ziel immer treu geblieben, weil die Verbindung zwischen Kommunikation und Unternehmertum sie von Anfang an fasziniert habe. Während ihrer Studienzeit sei sie journalistisch in der studentischen Initiative MD (Marketing Digest) aktiv gewesen und hätte ihre Kenntnisse im Rahmen von Studentenjobs und Praktika bei Medien und Unternehmen u.a. während eines Auslandsaufenthalts in den USA weiter entwickelt. "Ergreift die Möglichkeit und geht raus in die Welt!" riet Jeannette Weisschuh den Studierenden zu einem Auslandsaufenthalt. "Die Hochschule Pforzheim bietet dazu interessante Förderprogramme an."

 
Prodekan Prof. Dr. Markus-Oliver Schwaab dankte Jeannette Weisschuh für die Impulse aus ihrem Vortrag und moderierte die anschließende Fragerunde. Von der Studienwahl über Unterschiede in Unternehmenskulturen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis hin zu den Herausforderungen der Digitalisierung und ihren persönlichen Zielen hatten die Erstsemester zahlreiche Fragen an die Expertin für Unternehemskommunikation und Corporate Affairs. An der Hochschule Pforzheim habe sie in der Studienzeit von Anfang an interessiert, Lösungen selbst zu gestalten – die Verbindung zur Praxis mit Projektarbeiten in Unternehmen sei hier ideal gewesen. Auch die Möglichkeiten, ins Ausland zu gehen, empfand sie rückblickend als „sehr überzeugend“. Für die Übergangsphase vom Studium in den Beruf empfahl sie, stets engen Kontakt zur Praxis zu halten und Kontakte zu pflegen, sich jedoch auch darüber klar zu werden, was man nicht werden wolle. Im Berufsleben sei es ihrer Erfahrung nach immer wichtig, offen im Austausch zu sein und eng mit den anderen Menschen zusammenzuarbeiten, um durch eine Vertrauenskultur innerhalb des Teams Projekte gemeinsam zum Erfolg zu bringen. Beim Spagat zwischen Familie und Beruf biete gerade die Digitalisierung, bei der Deutschland zur Zeit noch  zurückbleibe, gute Möglichkeiten wie beispielsweise flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Einen konkreten Karriereplan für ihr Berufsleben hatte Weisschuh nicht von Anfang an, eines wollte sie aber immer: weiterkommen und mehr Verantwortung übernehmen . „Es gehört auch Glück dazu, in eine Umgebung zu kommen, wo die eigene Tätigkeit wertgeschätzt wird“, so ihre Einschätzung. Prof. Dr. Schwaab rief den „Newies“ abschließend nochmals den Aphorismus zum Thema Laufen in Erinnerung und gab ihnen für ihre nun beginnende Studienzeit mit auf den Weg, auch mal alleine zu laufen, wenn es auf Schnelligkeit ankäme, besser aber zusammen zu laufen, um weite Strecken zurück zu legen.