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Karriere in der Marktforschung: Treffen junger Forscher an der Hochschule Pforzheim

Mafo-Studiendekanin Prof. Dr. Christa Wehner, Maurice Gonzenbach, Mitgründer CAPLENA, ESMOAR Deutschland Repräsentant, Prof. Dirk Frank, Joachim Rittchen, Head of Market Analytics, ROCHE PHARMA,  Selina Pietsch, Consultant Factworks und Ricarda Heim, Research Analyst, SKIM.

Mafo-Studiendekanin Prof. Dr. Christa Wehner, Maurice Gonzenbach, Mitgründer CAPLENA, ESMOAR Deutschland Repräsentant, Prof. Dirk Frank, Joachim Rittchen, Head of Market Analytics, ROCHE PHARMA, Selina Pietsch, Consultant Factworks und Ricarda Heim, Research Analyst, SKIM.(v.l.)

 „ESOMAR ist die globale Stimme der Marktforschung“, leitete Dirk Frank, ESOMAR-Repräsentant Deutschland und Honorarprofessor für Markt- und Kommunikationsforschung, das ESOMAR CAREER EVENT Anfang Dezember an der Hochschule Pforzheim ein. Die European Society for Opinion and Market Research definiere professionelle Standards der Branche, sorge für politische Vertretung und stelle ihren Mitgliedern Weiterbildung, Konferenzen und Seminare und eine enorme Wissensdatenbank zur Verfügung.

Beim Career Event in Pforzheim stellten vier Marktforscher ihre Arbeit und Methoden vor. Joachim Rittchen, Head of Market Analytics, Roche Pharma AG, wehrte sich in einem launigen Vortrag gegen diverse Vorurteile, die ihm als Pharma-Marktforscher entgegen schlagen. Auch wenn die Tätigkeit im Bereich Pharma hoch reguliert sei, könne von „Ausruhen“ keine Rede sein. Über aufschlussreiche qualitative Studien mit Medizinern, den Kontakt des Außendienstes zu Ärzten (unterstützt von einer eigens entwickelten App) bis zur Auswertung von Forschungsergebnissen und Literatur ergäben sich ausreichend Möglichkeiten, Erkenntnisse zu gewinnen. Gerade der Pharmabereich eröffne motivierten Marktforschern die Möglichkeit, neue Methoden zu testen – „wenn auch gerne mal nachts und am Wochenende“, so Rittchen.

Maurice Gonzenbach, Mitbegründer des von Planung & Analyse ausgezeichneten NEWCOMER DES JAHRES 2019 Caplena, arbeitet mit Künstlicher Intelligenz, Deep Learning und Textanalyse. Der Absolvent der ETH Zürich schafft es mit seinem Startup, bei einer Datenflut von 30.000 quantitativen Befragungen mit 40 Millionen Antworten, die die Branche im Schnitt jährlich erzeugt, Ergebnisse zu erzeugen, die abseits von Keywords und Wordclouds über ein grafisches Dashboard in kürzester Zeit Verknüpfungen anzeigen und Zusammenhänge herstellen. „Der Kunde will keine Spitzentechnologie, der Kunde will, dass die Lösung sein Leben leichter macht“, so Gonzenbach. Man solle als Gründer nicht versuchen, am ersten Tag seine erste Million zu verdienen, man dürfe anfangs aber durchaus ein wenig übertreiben – erst mal verkaufen, dann codieren. Und Kunden müsse man halt gewinnen. Und noch mehr Kunden. Nebenbei sei Künstliche Intelligenz als ein Tool zu verstehen. Wir seien noch weit entfernt davon, dass KI Menschen ersetzen könne.

„Innovationsprojekte“ sind die Aufgabe von Selina Pietsch, Consultant Factworks. Sie beschrieb ihren Weg von der Idee zum Gewinn beim YES-Wettbewerb. Die Young Esomar Society unterstützt Nachwuchsforscher bei ihrer Karriere in der Daten-, Forschungs- und Insights-Branche. Pietsch, die ein Tool zur Codierung offener Antworten entwickelte, berichtete von ihrem Weg von der Bewerbung per Video, die Auswahl der Finalisten, den aufregenden 60-Sekunden-Pitch bis zur Siegerehrung. Und hatte für den Forschungsnachwuchs Ratschläge parat. Ihre Kernbotschaften: Seid mutig! Schaut über den Tellerrand! Holt euch Unterstützung!

Ricarda Heim, Research Analyst, SKIM, ging es wieder um klassische Methoden in Zeiten von ECommerce und Mobile Shopping. Am Beispiel der Kombinationsvielfalt von Sprach- und Datenpaketen bei einem Telefon-Angebot demonstrierte sie,  wie bei der bewährten Conjoint-Analyse durch die Simulation eines klassischen Webshops Ergebnisse valider werden. Durch einfache und einheitliche Kommunikation, optimierte und kundenfreundliche Produktbilder, eine Mobile-First-Strategie und entsprechende Beratung der Händler ließen sich Lost-Sales minimieren.

Das Career-Event schloss mit einem Networking-Treffen zwischen Studierenden und Industrie, erfolgreichen Absolvent*innen und ihren ehemaligen Professor*inen.

ESOMAR ist eine weltweite Gemeinschaft aus Forschern und Nutzern von Forschungsdienstleistungen aus über 130 Ländern. Mit mehr als 4.900 individuellen Nutzern und über 400 Unternehmensmitgliedern repräsentiert sie ein Netzwerk bestehend aus über 35.000 Branchenexperten.