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Erst der Wahnsinn, dann die Magie

Martin Greulich, Global Market Research Manager Consumer Health Care, Boehringer Ingelheim Pharma GmbH

Wissen, so lautet ein Sprichwort, ist Macht. In Zeiten steigender Rechenleistung und Verfügbarkeit von Daten gilt dieses umso mehr, Stichwort Big Data. Aber was tun, wenn all dieses wertvolle Wissen ungenutzt herumliegt?  Speziell für Marktforscher eine echte Herausforderung:  Viele teure Studien liegen auf vielen Festplatten und in E-Mails; gerade in großen Unternehmen ein ungehobener und unbewusster Schatz.

Nicht umsonst untertitelt Martin Greulich, Global Market Research Manager Consumer Health Care bei Boehringer Ingelheim Pharma GmbH, seinen Vortrag  über Knowledge  Management „Im Spannungsfeld zwischen Magie und Wahnsinn“.  In einem spannenden Vortrag Mitte Dezember im Studiengang Marktforschung und Konsumentenpsychologie stellte der in Bielefeld und Portsmouth studierte Marktforscher diese beiden Pole seiner Arbeit vor: Die Magie, eine Unzahl von Studien zur Verfügung zu haben – und den Wahnsinn, bis in einem großen Unternehmen diese Studien erst einmal zentral zugänglich gemacht werden können.

Greulich beschrieb unterhaltsam die Phänomene, mit denen es ein Knowledge Manager dabei zu tun bekommt – Faktoren, die nur allzu menschlich sind: Systematisches Archivieren von Daten? Kostet Zeit, ist nicht sexy, erbringt keine Lorbeeren. Schnell mal ein Studienergebnis per Email versenden? Kostet weniger Zeit, sieht besser aus und schon hat man den Kopf wieder frei für die nächste Aufgabe. Dass diese teuer bezahlte Studie vielleicht erst vor einiger Zeit von einem Kollegen durchgeführt (und ebenfalls bezahlt!) wurde? Tja, wenn man das gewusst hätte…..

Die passende Medizin dagegen? Organisieren, konsolidieren und zur Nutzung zur Verfügung stellen. Für den Bereich Consumer Health Care entwickelte Greulich eine Plattform namens iShare, in der alle Studien zusammengefasst sind – mit ausdrücklicher Rückendeckung der Geschäftsleitung. Alle Studien werden dort erfasst, auch rückwirkend – „von Generationen von Praktikanten“, alle neuen Studien werden schon dort angelegt und Ergebnisse ausschließlich als Link aus diesem System heraus versendet.

Nach gut fünf Jahren verfügt der Geschäftsbereich nun über einen Schatz von über 3000 zugänglichen Studien mit einem geschätzten Wert von ca. 65 Millionen Euro – durchsuchbar, filterbar, für alle zugänglich, die daraus Nutzen ziehen können. Nach aktuellen Untersuchungen spart dieser Schatz nicht nur Kosten ein, er erhöht auch erheblich den Unternehmenswert.