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Diskussion zur Nachhaltigkeit

Prof. Dr. Andrea Wechsler (Verantwortliche PRME-Beauftragte der Hochschule Pforzheim) sprach mit Minister Franz Untersteller MdL (Landesminister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft) und Dr. Wolfram Heger (Senior Manager CSR bei der Daimler AG) über das Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen.

Kinderarbeit oder gesundheitsgefährdende Stoffe in Produkten – was haben diese Schlagworte mit deutschen Unternehmen zu tun? Vorrausschauende Unternehmer haben erkannt, dass sie diese Probleme in ihrer Lieferkette nicht mehr ignorieren können. So hat sich Nachhaltigkeit in den letzten Jahren zu mehr als einem Modewort und einem wichtigen Punkt in der eigenen Unternehmensstrategie entwickelt. Am Donnerstag, den 18. Mai 2017, diskutierten Professoren und Studierende der Hochschule Pforzheim mit dem baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller MdL zu diesem Thema. Gemeinsam mit Vertretern von Daimler, der Telekom und der J. Schmalz GmbH wurde sich im Rahmen der Veranstaltung „Nachhaltigkeit. Worthülse oder Mehrwert für Unternehmen? - Politik, Unternehmer und Wissenschaft im Dialog“ zum Thema Nachhaltigkeit ausgetauscht.

„Ziel der Veranstaltung war es“, so Professorin Dr. Andrea Wechsler, Verantwortliche der Hochschule, „in einem Dialog zwischen Hochschule, Politik und den Unternehmen für das wichtige Thema der Nachhaltigkeit in Unternehmen zu sensibilisieren.“ Diesen Dialog hat der baden-württembergischen Umweltminister Franz Untersteller MdL in einer Rede über die „Globalen Herausforderungen als unternehmerische Chance“ eröffnet. Damit leitete er zeitgleich die baden-württembergischen Nachhaltigkeitstage ein, die vom 18. bis 21. Mai mit über 1.500 Veranstaltungen stattgefunden haben.

„Die überwiegende Zahl der Unternehmerinnen und Unternehmer in Baden-Württemberg, vor allem die familien- und inhabergeführten Betriebe, fühlen sich seit je her der Nachhaltigkeit verpflichtet“, stellte Minister Untersteller MdL überzeugt fest. „Relativ neu ist allerdings, dass zunehmend die Kundinnen und Kunden und die Gesellschaft nicht nur wissen wollen, was ein Unternehmen erzeugt, sondern auch wie. Insgesamt stellt sich aus meiner Sicht daher nicht mehr die Frage, ob ein Unternehmen mit Nachhaltigkeit erfolgreicher ist, sondern wie es noch nachhaltiger werden kann.“

Den zweiten Vortrag des Tages hielt Marcel Engel, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Global Compact Netzwerks (DGCN). Er gab dem Podium einen Überblick über die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen. Diese sogenannten Sustainable Development Goals (SDGs) bildeten den Rahmen der Veranstaltung, da sie zwar von Unternehmen wahrgenommen werden, es aber noch häufig an Informationen und Kenntnissen für eine erfolgreiche Integration in die strategische Entwicklung der Unternehmen mangelt. Die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung wurden 2015 von den Vereinten Nationen beschlossen. Daran beteiligt waren mehr als 190 Staaten, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Umsetzung dieser Ziele kann allerdings nur gelingen, wenn alle Akteure zusammenarbeiten.

Anschließend wurde Nachhaltigkeit im Allgemeinen und die SDGs im Besonderen für die Strategie von Unternehmen auf dem Podium diskutiert. Unter der Überschrift „Nachhaltigkeit in der praktischen Umsetzung“ diskutierten Minister Franz Untersteller MdL, Melanie Kubin-Hardewig, Vice President bei der Deutschen Telekom AG, Dr. Wolfram Heger, Senior Manager CSR bei der Daimler AG und Wolfgang Schmalz, Geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH. „Wir als Familienunternehmen stehen unter besonderen Druck, das Thema Nachhaltigkeit umzusetzen“, betont Wolfgang Schmalz. „Wir unternehmen aber bereits heute viele Dinge in diese Richtung. Wir reduzieren Reststoffe und setzen zunehmend auf alternative Energien.“ Deutlich wurde, dass aber sowohl mittelständische und kleine Unternehmen als auch die großen Konzerne mit Hindernissen zu kämpfen haben. Minister Untersteller setzt auf eine schnelle Umsetzung: „Nachhaltigkeit fordert, jetzt eine Entscheidung für später mit Auswirkungen auch auf andere zu treffen. Das ist neu und nicht leicht. Dennoch kommen wir nicht umhin genau das zu tun. Jetzt Ressourcen nicht zu verbrauchen, damit nachfolgende Generationen diese nutzen können, ist für Unternehmen wie Gesellschaft eine enorme Herausforderung.“

Die Tagung, die die Hochschule Pforzheim gemeinsam mit dem deutschen Netzwerk des UN Global Compact und der IHK Nordschwarzwald organisierte, ist Teil des internationalen PRME-Projekts (Principles for Responsible Management Education). UN Global Compact und PRME beabsichtigen die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen tiefer in den Unternehmensalltag und die Lehre an Hochschulen zu integrieren. Mehr als 12.000 Unternehmen und Institutionen weltweit haben den UN Global Compact unterzeichnet. Auch die Hochschule Pforzheim stellt sich dieser Verantwortung in Lehre, Forschung und Transfer. Sie hat eine wichtige Rolle in der UN-Initiative „Principles for Responsible Management Education (PRME)“ übernommen, die vom UN Global Compact und den weltweit führenden akademischen Akkreditierungsinstitutionen getragen wird.

Begleitet wurde die Veranstaltung zum Thema Nachhaltigkeit von einer Roadshow über die SDGs. Diese globalen Entwicklungsziele der UN geben Orientierung für unternehmerisches Handeln und eine positive Zukunftsvision für Gesellschaft und Wirtschaft. In 17 Ober- und 169 Unterzielen sind Schritte formuliert, die die Weltgemeinschaft  in den nächsten 15 Jahren in Richtung Nachhaltigkeit gehen soll. Die Ziele reichen von der Beendigung extremer Armut bis hin zur Klimastabilität und dem Erhalt der Artenvielfalt.

Weitere Informationen:
Principles for Responsible Management Education (PRME): www.hs-pforzheim.de/prme