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Business Process Management- die Digitalisierung und Industrie 4.0

v.l.n.r.u.: Prof. Dr. F. Morelli, Dipl. Kfm. Thorsten Weidt, Roman Studenic

Die deutsche und europäische Industrie befindet sich unter dem Aspekt der Sicherung einer langfristigen globalen Wettbewerbsfähigkeit aktuell in einem anhaltenden Umbruch. Als maßgebliche Ursache und Impulsgeber fungieren aktuell und zukünftig verfügbare Technologien, die teilweise auch mit dem Begriff „disruptiv“ etikettiert werden. Besucher der wichtigsten industriellen Leitmessen und Fachkongresse erleben bei der Suche nach Ansätzen zur weiteren Effektivitäts und Effizienzsteigerung sowie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit typischerweise eine euphorischer Aufbruchsstimmung durch „Industrie 4.0“, „Internet of Things“ bzw. Digitalisierung. Die mit Produktivitätssteigerungen betrauten Rolleninhaber sehen sich entsprechend mit der Situation konfrontiert, identifizierte Technologien bzw. Trends daraufhin zu bewerten, ob, wann und mit welcher Intensität man im eigenen Unternehmen diesen innovativen Möglichkeiten folgen soll.

Im Rahmen der Vorlesung Business Process Management lernen die Studierenden des Masterprogramms Information Systems (MIS) die aktuellen Herausforderungen und Chancen durch digitale Technologien kennen und verstehen. Diese Veranstaltung bietet einen Überblick über die Digitale Transformation und zugehörigen Gestaltungsmöglichkeiten in unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessen. Innerhalb des Moduls „Unternehmensinformationssysteme“ dient diese Veranstaltung der praxisnahen Vermittlung eines methodischen Vorgehens für die Optimierung von Geschäftsprozessen unter besonderer Berücksichtigung der Potenziale von Industrie 4.0.

Um das theoretische Wissen anwenden zu können, ist eine Fallstudie in Kooperation mit John Deere entwickelt worden.

Digitalisierung und Industrie 4.0

Als global operierender Hersteller von Produkten für die Rasen und Grundstückspflege, Landwirtschafts und Baumaschinen, mit Initiativen wie „Farm Forward“, einem breiten Spektrum von Kundenservices im Bereich „Precision Farming“ und anderen Projekten mit disruptivem Charakter ist John Deere Vorreiter bei der Optimierung von Kundenprozessen mit Hilfe von modernen Technologien.

Ziel der Fallstudie ist es anhand einer realistischen und aktuellen Problemstellung typische Herausforderungen von IT-basierten Geschäftsprozess Optimierungsprojekten kennenzulernen. Neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung der eigenen Produkte hat John Deere eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Fertigungsprozesse mit Hilfe von sog. „Enabler-Technologien“ vorangetrieben, um Potenziale der Industrie 4.0 Initative zur Optimierung der internen Abläufe und den klassischen Ansatz des bereits lange etablierten Lean Management weiterzuentwickeln und die Prozesse weiter zu verschlanken. Wichtige Treiber im Rahmen einer Initiative am John Deere Standort Mannheim zur Realisierung einer Smart Factory sind nachfolgend beispielhaft aufgeführt: Um deren Zentrale Zielrichtungen zu erreichen, sind

  • ein angemessenes Maß an Vernetzung von Mitarbeitern, Prozessen, Systemen sowie Maschinen und Anlagen,
  • die Schaffung eines digitalen Abbildes der Produktion und die zunehmende Fähigkeit, Entscheidungen auf Basis von Echtzeitdaten zu treffen (im Idealfall unter systematischer Einbeziehung von Informationen und Entscheidungssituationen auf der Supplier, der Produktentwicklung und der Händler bzw. Kundenseite) erforderlich.

In mehreren Projektgruppen stellen sich die Studiereden dieser Herausforderung. Um die Ist-Situation sowie die Anforderungen besser verstehen zu können, sind die Studierenden nach Mannheim gefahren, um sich vor Ort ein Bild des Produktionsablaufes zu machen. Wir bedanken uns sehr bei unserem Lehrbeauftragten, Herrn Thorsten Weidt, der die Besichtigung der Werkshallen von John Deere in Mannheim ermöglicht und koordiniert hat. Herrn Hans-Christian Quick für die Werksführung, bei der er uns an seinem großen Wissen hat teilhaben lassen. Ein großer Dank gebührt insbesondere auch Herrn Roman Studenic (CIO) für seinen höchst instruktiven und zukunftsweisenden Vortrag. Wir haben zahlreiche Eindrücke aus diesem Besuch mitgenommen, die den Studierenden bei der Bearbeitung der Fallstudie weiterhelfen werden.