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Digitalisierung in der Energiewirtschaft

Wie wird aus technisch Machbarem ein gutes Geschäftsmodell?

„Die Technik ist weiter als die Ökonomie“, so das Fazit von Dr. Ingela Tietze. Die Professorin für Energiewirtschaft an der Hochschule Pforzheim nimmt Geschäftsmodelle rund um das Thema Smart Energy unter die Lupe. Der englische Begriff umfasst Technologien zur Erzeugung, Nutzung, Speicherung und Steuerung von Energie. Den Fragen , wie aus den zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten eine gewinnbringende Geschäftsidee wird und welche Rahmenbedingungen für erfolgsversprechende Start-Ups günstig sind, will Dr. Tietze in einem neuen Forschungsprojekt auf den Grund gehen.

Das Beispiel der Gebäudetechnologie, die sich vom Handy steuern lässt, ist inzwischen jedem Verbraucher bekannt. „Doch Smart Energy umfasst viel mehr“, erklärt die Ingenieurin, die seit Oktober 2015 an der Hochschule im Studiengang Ressourceneffizienz-Management lehrt. Die Energienutzung wird beispielsweise individuell an das Verbraucherverhalten bei möglichst geringen Kosten angepasst. „Doch die Frage ist, wer realisiert für den Verbraucher diese technischen Möglichkeiten?“ fasst Ingela Tietze zusammen. Tragfähige Geschäftskonzepte gäbe es derzeit nur wenige auf dem Markt. „Wir fragen, liegt es an der fehlenden Idee, die vorhandene Technik gewinnbringend zu nutzen oder an den politischen Rahmenbedingungen? Was muss sich ändern, damit auf diesem Feld Geld verdient werden kann?“

 

Als einfaches aber aktuelles Beispiel nennt die Wissenschaftlerin die Nutzung der Photovoltaik-Anlagen auf Eigenheimen, deren finanzielle Förderung ausläuft. „Für die Besitzer lohnt sich künftig die Einspeisung des so erzeugten Stroms ins öffentliche Netz nicht mehr. Sie müssen den Strom möglichst selbst verbrauchen“, stellt Professorin Tietze fest. Gewinnung, Speicherung und Verbrauch des Ökostroms müssen für den Verbraucher möglichst einfach und dabei auch gewinnbringend sein, damit Photovoltaik-Anlagen auch künftig installiert werden. „Doch wer bietet diese Dienstleistung für den Verbraucher an?“

 

Zusammen mit weiteren Wissenschaftlern aus der Hochschule sowie Unternehmen aus der Region wird Dr. Ingela Tietze in den kommenden Monaten ein neues Forschungsprojekt in diesem Bereich aufsetzen. Die Professorin, die nach einem Ingenieursstudium in Bayern tief ins Thema Energiesysteme und Stoffstromanalysen eintauchte, arbeitete europaweit als Energieberaterin bei Evonik und hatte bereits eine Professur für Energiemanagement und Energietechnik an der Hochschule Niederrhein inne. Seit dem Wintersemester 2015/ 16 lehrt und forscht Ingela Tietze an der Hochschule Pforzheim und ist Mitglied im Institut für Industrial Ecology an der Hochschule.

 

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Ingela Tietze, ingela.tietze(at)hs-pforzheim(dot)de, Tel. 07231/ 28-6361;
https://www.hs-pforzheim.de/profile/ingelatietze/

 

Kontakt:

Sabine Laartz, Leiterin der Pressestelle der Hochschule Pforzheim,
(0 72 31) 28 – 60 05, pressestelle(at)hs-pforzheim(dot)de